BMW hat bei Dieselmotoren der 5er- und 7er-Baureihe eine falsche Abgassoftware aufgespielt. Der Autobauer beteuert, es handele sich um ein Versehen.

BMW hat bei Dieselmotoren der 5er- und 7er-Baureihe eine falsche Abgassoftware aufgespielt. Der Autobauer beteuert, es handele sich um ein Versehen.


BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet. Das Unternehmen habe bei „internen Tests“ festgestellt, dass „eine korrekt entwickelte Motorsteuerung einigen dafür nicht geeigneten Modell-Versionen irrtümlich zugeordnet wurde“, erklärte der Konzern am Abend. BMW habe daraufhin das Kraftfahrtbundesamt informiert und einen Rückruf angeordnet.

Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, sei aber vor vier Jahren irrtümlich auch auf 5er und 7er der Baujahre 2012 bis 2017 aufgespielt worden, hieß es weiter. Dabei handelt es sich ausschließlich um leistungsstarke Allradlimousinen mit Dieselmotor.

Der „Spiegel“ hatte dagegen zuvor berichtet, beim KBA sei ein 7er BMW im Rahmen der üblichen Marktüberwachung aufgefallen. Die Software manipuliere die Abgasreinigung. Bei BMW hieß es, das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 als kombinierte, parallele Stickoxid-Abgasreinigung mit Speicherkat und AdBlue-SCR-Katalysator entwickelt worden. Dort funktioniere sie korrekt.

Ob die Autos ohne die Software einen erhöhten Schadstoffausstoß hatten, ist unklar. Vorsätzlich will BMW nicht gehandelt haben, das Unternehmen spricht von einem „Fehler“. Der Konzern hat in diesem Zeitraum mehrere hunderttausend Diesel ausgeliefert, die bislang nicht beanstandet wurden.

Die Dieselmotoren der betroffenen 5er und 7er Modelle hätten dagegen nur einen Speicherkatalysator. Sie seien beim Serienstart 2012 mit der korrekten Software ausgerüstet gewesen – aber bei einem Update 2014 „haben sie schlicht die falsche Software draufbekommen“. Und das habe zu schlechteren Abgaswerten geführt.

Am Freitagnachmittag waren Aktien von BMW am Freitagnachmittag um 1,7 Prozent abgerutscht, berappelten sich dann aber schnell wieder. Der Kurs liegt derzeit bei Minus 0,03 Prozent und 87,14 Euro.

Der Vorgang ist für BMW peinlich. Anders als der VW-Konzern ist BMW in der Dieselaffäre bislang nicht auffällig geworden. Erst vor wenigen Tagen bestätigte das Kraftfahrtbundesamt dem 320d eine saubere Abgasreinigung.

Zuvor hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schwere Vorwürfe gegen das Modell erhoben. DUH-Chef Jürgen Resch forderte Konzernchef Harald Krüger dennoch zum Rücktritt auf. Krüger hat mehrfach betont, dass sein Unternehmen nicht betrogen und oder manipuliert habe.