Fall Susanna: 5 Fakten, die zeigen, worin der wahre Skandal liegt

Lennart Pfahler

Es ist ein Fall, der einen ratlos zurücklässt. Der in Deutschland für viel Wut sorgt, für Unsicherheit und Misstrauen. Vor rund zwei Wochen war die 14-jährige Susanna aus Hessen verschwunden. 

Ihre Leiche wurde am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden gefunden. Der irakische Verdächtige Ali B. ist nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich am vergangenen Donnerstag mit seiner gesamten Familie überhastet abgereist. Inzwischen wurde er im Irak festgenommen.

Je mehr Informationen über die Tat bekannt werden, desto größer wird der Druck auf die Behörden.

Denn schon jetzt ist klar: Sie haben auf ganzer Linie versagt.

1. Ali B. hätte wohl nicht mehr in Deutschland sein dürfen

Nach Angaben der Ermittler reiste der mutmaßliche Täter mit den Eltern und fünf Geschwistern am 16. Oktober 2015 ein – er nahm die Route über die Türkei und Griechenland.

Seinen Asylantrag lehnt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schon im Dezember 2016 ab. Schon da ist mehr als ein Jahr vergangen.

Der Iraker legt Widerspruch ein, klagt im Januar 2017 gegen den Negativbescheid. Das ist sein Recht.

Aber: Wieder dauert es anderthalb Jahre, in denen nichts passiert. Noch heute ist das Verfahren nicht abgeschlossen. Eine viel zu lange Zeit, wenn es um einen faktischen Gefährder geht.

Denn...

2. Auch zahlreiche Straftaten beschleunigten Entscheidung nicht

... in der Zeit seines Klageverfahrens fiel der Verdächtige immer wieder auf. Die “Bild” benennt mehrere Delikte, in denen der Iraker zumindest verdächtigt wird.

Am 24. März soll der Mann in der Wiesbadener Innenstadt eine Beamtin vom Ordnungsamt angerempelt haben. Bei seiner Festnahme habe er gespuckt und geschlagen. Er wird in Gewahrsam genommen.

Drei Tage später ist der Verdächtige in einen Überfall verwickelt. Das Verfahren läuft bis heute. 

Im April finden Ermittler ein illegales Klappmesser in der Tasche des Irakers. Ein Verfahren wegen Waffenbesitzes wird eingeleitet,...

Weiterlesen auf HuffPost