Fall Skripal: Russlands Außenminister spricht von "Propaganda"

In Großbritannien verfolgen die Ermittler im Fall des vergifteten russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal weitere Spuren .

Experten in Schutzanzügen untersuchen nun auch das Grab von Skripals im Jahr 2012 verstorbenen Ehefrau auf dem Friedhof in der englischen Kleinstadt Salisbury sowie die Gedenkstätte für ihren Sohn, der im vergangenen Jahr gestorben ist.

Die Ermittler versuchen herauszufinden, wie der 66-Jährige und seine Tochter Yulia mit einem Nervengift in Kontakt gekommen sind. Die verwendete Substanz könnte Experten zufolge Hinweise auf ihre Herkunft liefern.

Die britische Polizei bekommt nun auch Unterstützung von dem Militär . Die Soldaten sollten mehrere Fahrzeuge und andere Gegenstände aus dem Bereich im Stadtzentrum entfernen.

Nachdem sie vor rund einer Woche auf einer Parkbank in Salisbury bewusstlos aufgefunden wurden, kämpfen Skripal und seine Tochter im Krankenhaus weiter um ihr Leben - ihr Zustand wird als "sehr ernst" beschrieben. 19 weitere Menschen wurden nach dem Attentat medizinisch behandelt.

Russland weist Spekulationen zurück

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass es bislang keine Beweise dafür gebe, dass Moskau in den Fall verwickelt sei. Er bezeichnete derartige Spekulationen als "Propaganda und Hysterie", die die Spannungen nur erhöhen würden.

Sollte es ein ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit bei den Ermittlungen geben, so würde Russland auch dazu bereit sein. Man solle aber nicht mit "unbegründeten Anschuldigungen" zu den Medien gehen, sagte Lawrow am Freitag bei einem Besuch in Äthiopien.