Fall Liu Xiaobo: China stimmt Ausreise weiterhin nicht zu

Das Videobild zeigt den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo in einem Krankenhaus in Peking. Foto: Andy Wong/Archiv

 China lässt den krebskranken Friedensnobelpreisträger​ Liu Xiaobo weiterhin nicht zur Behandlung ins Ausland reisen, obwohl er nach Einschätzung deutscher und amerikanischer Experten transportfähig ist.

Xiaobo verbüßt eine Haftstrafe und wird derzeit in einer chinesischen Klinik behandelt. Andere Staaten sollten Chinas juristische Unabhängigkeit respektieren und sich nicht in seine «inneren Angelegenheiten» einmischen, sagte ein Sprecher des Außenamtes in Peking auf die Frage von Journalisten, ob Liu Xiaobo ausreisen dürfe.

Liu leidet an metastasierendem Leberkrebs. Der Bürgerrechtler war am Wochenende vom Heidelberger Krebsspezialisten Professor Markus Büchler und von dessen US-Kollegen Joseph M. Herman besucht worden. Beide kamen zu dem Ergebnis, dass der Patient für eine Behandlung in Deutschland oder den USA «grundsätzlich transportfähig» sei.

Liu Xiaobo war 2009 wegen «Untergrabung der Staatsgewalt» zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte ein Bürgermanifest veröffentlicht. 2010 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Wegen seiner Krebserkrankung war der 61-Jährige kürzlich aus dem Gefängnis in die Universitätsklinik der nordostchinesischen Stadt Shenyang verlegt worden. Dort steht er weiter unter Bewachung. Sowohl er als auch seine Frau wollen China verlassen.​