Fall Kaepernick: NFL-Besitzer werden vorgeladen

Colin Kaepernick hat in der NFL immer noch keine neune Arbeitgeber gefunden

Nächstes Kapitel im Fall der Beschwerde von Colin Kaepernick gegen die Team-Besitzer und die NFL.

Der 30-Jährige hatte im Oktober eine offizielle Beschwerde eingereicht, weil er sich nach seinen Hymnenprotesten ungerecht behandelt fühlt. In dem Beschwerdeschreiben seines Anwalts heißt es, dass die Teambesitzer "sich untereinander abgesprochen haben, Mr. Kaepernick seiner Beschäftigungsrechte wegen seines Einsatzes für Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit zu berauben". Dies würde gegen die Regularien des Tarifvertrages der NFL verstoßen. 

Diverse Teambesitzer vorgeladen

Nun kommt in den Fall endlich Bewegung. Nach Informationen von ESPN-Reporter Adam Schefter müssen mehrere Teambesitzer zu einer eidesstattlichen Aussage vor dem Schiedsgericht der NFL erscheinen. Außerdem müssen sie bereits vorher ihre Handy- sowie ihre Maildaten zur Verfügung stellen. Der Rechtsbeistand des Quarterbacks darf mit selbst ausgewählten Keywords die Daten nach diskreditierenden Inhalten durchsuchen.

Zur Anhörung vorgeladen wurden Jerry Jones von den Dallas Cowboys, Patriots-Besitzer Robert Kraft und Texans-Owner Bob McNair.

Laut Informationen von ABC News sollen außerdem Seahawks-Besitzer Paul Allen und Jed York von den San Francisco 49ers vorgeladen werden. Demnach wurden die Teambesitzer aufgrund ihrer Äußerungen zu Kaepernick und den Hymnenprotesten ausgewählt.


Cowboys-Besitzer Jerry Jones nahm bereits zu den Berichten Stellung und sagte, dass er von der Anhörung lediglich durch Medienberichte erfahren habe und nicht von Kaepernicks Rechtsbeistand informiert worden sei. Zur Anhörung direkt wollte sich Jones nicht äußern. Der 75-Jährige sagte lediglich, dass er sich nun, wo er vorgeladen wurde, nicht mehr in dem Maße äußern kann wie zuvor.

Kaepernick beauftragte Star-Anwalt

Die NFL-Spielergewerkschaft NFLPA hatte Kaepernick noch vor seiner Beschwerde ihre Hilfe angeboten, der Quarterback beauftragte stattdessen den Anwalt Mark Geragos, der bereits Stars wie Michael Jackson und Chris Brown vertreten hat. 

Im letzten Monat sprach Kaepernick mit Jason La Cafora von CBS Sports und sagte, dass er für jedes NFL-Team auflaufen würde. Er möchte demnach ausschließlich als Football-Spieler bewertet werden. Sein Agent wurde nach eigenen Aussagen bei allen 32 NFL-Teams vorstellig, um deutlich zu machen, dass Kaepernick als Quarterback verfügbar sei. Bisher hat sich kein Team dazu entschlossen den 30-Jährigen zu verpflichten.