Fall Dieter Wedel: Nico Hofmann fordert Konsequenzen

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Erfolgsproduzent Nico Hofmann will "keine Diskussion über die Person Dieter Wedel allein führen". Stattdessen fordert er etwas viel Weitreichenderes.

Der Fall Dieter Wedel (75) lässt auch Erfolgsproduzent Nico Hofmann (58, "Ku'damm 56", "Unsere Mütter, unsere Väter", "Deutschland83") nicht kalt. In einem Gastbeitrag bei "Bild.de" schreibt er: "Ich bin der Meinung, dass wir keine Diskussion über die Person Dieter Wedel allein führen sollten, sondern vielmehr, wie wir als Gesellschaft insgesamt mit dem Thema Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, auch aber zwischen Mann und Mann umgehen." Entscheidend sei dabei, auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren. Das gelte für künstlerische Berufe im besonderen Maße, aber letztlich für jeden Beruf.

Generell fordert er: "Die Arbeit am Set sollte ein angstfreier und geschützter Raum sein. Die Kunst braucht diesen Schutz." Die Freiwilligkeit sei besonders bei sensiblen Szenen essentiell. "Es ist falsch, anzunehmen, dass durch Druck oder Erpressung eine bessere Leistung entsteht." Doch wenn eben dieser geschützte Raum ausgenutzt werde, sei das komplett indiskutabel und "ein Missbrauch der Macht".

Zwar wusste auch Hofmann, "dass bei Dieter Wedel ein rauer Ton am Set herrschte, aber von sexuellen Übergriffen - oder sogar Vergewaltigung - war mir nichts bekannt", schreibt der Berliner Filmemacher, der nie mit Wedel zusammengearbeitet hat, weiter. Gleichzeitig kritisiert er "Schauspieler oder Team-Mitglieder", die sich "jetzt zu Wort melden, die angeblich alles gewusst haben". "Wenn alles, was aktenkundig ist, geschehen ist, hätte niemand schweigen dürfen", so Hofmann.

Umsichtiger Umgang mit Wedels Werk

Schlussendlich appelliert der Filmemacher für einen umsichtigen Umgang mit Dieter Wedels "einzigartigem Werk", das "ein Teil deutscher Fernsehgeschichte" sei und auch bleiben werde. "Man sollte seine Filme nicht verbieten, jetzt aber einer neuen Betrachtung unterziehen. Sie werden neu für sich und über ihn sprechen", fordert Nico Hofmann.

In der Wochenzeitung "Zeit" schilderten Frauen, die einst mit Wedel zusammengearbeitet haben, von sexuellen Übergriffen. Wedel bestreitet diese Anschuldigungen.

Foto(s): imago/Stefan Zeitz