Was wir aus dem Fall Bernie L. Madoff lernen können!

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Bernie L. Madoff ist am 14.04.2021 im Bundesklinikum Butner (North Carolina, USA) gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. Weltweite Bekanntheit erlangte er im Jahr 2008, als sein Milliarden-US-Dollar-Betrugssystem in sich zusammenfiel.

Bernie L. Madoff stammte aus bescheidenen Verhältnissen, studierte Politikwissenschaften und begann 1960 mit einer Brokerfirma seine „Investmentkarriere“. Er verdiente an der Geld-Briefspanne von Wertpapieren und knüpfte schnell Kontakte zu vielen vermögenden Amerikanern.

1. Bernie L. Madoffs stetigen Aktienmarktrenditen sind eine Illusion

Später wirkte er bei der Schaffung der Nasdaq mit und wurde sogar zu ihrem Vorsitzenden. Bernie L. Madoffs Firma begann, Gelder für vermögende Kunden zu verwalten. Sein Hedgefonds rühmte sich damit, jeden Monat stetig 1 % Rendite zu erzielen. Seine Performance war somit nicht außergewöhnlich hoch. Warren Buffett erreichte mit Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) deutlich mehr Rendite.

Gier wurde somit nicht befriedigt, aber die hohe Kontinuität der Renditen war der entscheidende Punkt. Viele Anleger fürchten sich vor Aktienmarktschwankungen und unternehmen deshalb viele verrückte Dinge, um sie zu vermeiden. Meist wirken sich die Handlungen jedoch nur nachteilig aus.

Mathematiker wiesen schon sehr früh die Finanzaufsicht SEC an, den Fall Bernie L. Madoff genauer zu untersuchen. Sie erkannten, dass niemand jeden Monat positiv abschneiden kann. Doch aufgrund seiner guten Kontakte passierte im Fall Bernie L. Madoff nichts.

Bernie L. Madoff hatte ein Betrugssystem aufgebaut, bei dem mit neuen Geldern Altinvestoren bedient wurde. Als sie im Crash 2008 vermehrt Gelder zurückverlangten, brach das Schneeballsystem in sich zusammen. Als Bernie L. Madoff verhaftet wurde, hatten seine Kunden etwa 60 Mrd. US-Dollar bei ihm investiert.

Ähnlich wie im Wirecard (WKN: 747206)-Fall hätte der Betrug schon in den Anfängen aufgedeckt werden können, wenn den Hinweisen nachgegangen worden wäre.

2. Lehren aus dem Fall Bernie L. Madoff

Wir sollten unsere Anlagen so einfach wie möglich halten und sie am Ende verstehen. Auch heute existieren sehr viele Anlageprodukte, die am Ende selbst für Fachleute schwer verständlich sind. Wir sollten sie meiden. Zudem ist immer Skepsis angebracht, wenn uns außergewöhnliche Renditen oder Entwicklungen versprochen werden.

Bernie L. Madoff gab beispielsweise vor, mit Aktien zu handeln. Jeder gesunde Menschenverstand hätte somit erkennen müssen, dass eine kontinuierliche monatliche Wertsteigerung nicht möglich ist. Wer Schwankungen des Aktienmarktes nicht verträgt, sollte ihn meiden. Selbst Warren Buffett musste während seiner Karriere öfter eine Vermögenshalbierung verkraften. Geschadet haben sie ihm nicht.

Bleiben wir also bei gut verständlichen Anlagen und vor allem verteilen wir immer die Risiken. Dann sollten wir auf Menschen wir Bernie L. Madoff nicht hereinfallen und wenn doch, nur einen geringen Teil unseres Vermögens verlieren.

Der Artikel Was wir aus dem Fall Bernie L. Madoff lernen können! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt Berkshire Hathaway-Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021