Falcos 20. Todestag: Tribut an den größten österreichischen Popstar

Auch zwanzig Jahre nach seinem Tod ist der „Falke“ unvergessen. (Bild: INTERTOPICS/kes-online)

Heute vor zwanzig Jahren verstarb Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Ein Rückblick auf das bewegte Leben und Werk des österreichischen Popstars.

„In Wien musst’ erst sterben, damit’s dich hochleben lassen“ – das ist einer jener Sätze, der gerne Falco zugerechnet wird, in Wahrheit aber von Helmut Qualtinger stammt. Zur Karriere des Wiener Musikers passt sie dennoch wie der Schlagobers zur Sachertorte.


Johann Hölzel, genannt Hans, wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren – und auch wenn er der Stadt später für wärmere Klimabedingungen den Rücken kehrte, blieb er ihr zeitlebens treu – und prägte auch jenes Zerrbild, das heute gerne noch bemüht wird. Falcos Wien, das steht für Dekadenz und Wiener Schmäh, für Hedonismus und eine Mischung aus Größenwahn, Manierismus und Kosmopolitismus. „Ganz Wien ist heut’ auf Kokain“, sang Falco in der ewigen Hymne der Wiener Dekadenz: „Ganz Wien“.

Die Haare zurückgegelt, dunkle Sonnenbrille und Anzug – so kennt man Falco. (Bild: INTERTOPICS/Horst Galuschka)

Seine ersten musikalischen Sporen verdiente sich Hölzel – ein fabelhafter Bassist – bei der Hallucination Company oder der irren Musiktheatergruppe Drahdiwaberl. Dort lernte er nicht nur, Bandplayer zu sein, sondern entwickelte auch seinen Bühnencharakter, der später sein ganzes Leben übernehmen sollte. Nach der Single „Ganz Wien“ veröffentlichte er 1981 den Song „Kommissar“. Damit katapultierte sich Falco auf die musikalische Landkarte – und das weit über die österreichischen Grenzen hinaus.

Ein österreichischer Musiker, der auf Weltmann macht – mit einem spannenden Mix aus den verschiedensten Stilrichtungen, einer Kunstsprache zwischen Wienerisch und Englisch: Im österreichischen Pop-Kosmos erarbeitete sich Hölzel eine Ausnahmestellung, war Welten entfernt von Austro-Pop-Kollegen wie Rainhard Fendrich oder Wolfgang Ambros.


1985 kam dann jener Hit, mit dem er das schaffen sollte, was kein Landsmann zuvor oder danach vollbrachte: Mit „Rock Me Amadeus“ schoss Falco auf den ersten Platz der US-amerikanischen Charts. So viele Geschichten man sich von Falco auch erzählt, eine ist besonders bekannt: Als er vom Charterfolg erfuhr, reagierte der Musiker eher niedergeschlagen. Zum Jubeln soll ihm aus einem Grund nicht zumute gewesen sein: Von hier an konnte es nicht mehr aufwärtsgehen.

Das Album „Falco III“, auf dem „Rock Me Amadeus“ enthalten ist, hatte aber auch noch andere Hits parat. Der Song „Jeanny“, in dem es um eine Entführung geht, sorgte nicht nur für einen Klassiker, sondern auch für einen handfesten Skandal. Auch das Stück „Vienna Calling“ – schon wieder so ein Wien-Klassiker – fand man auf der Platte.

So gilt Falco bis heute als der größte österreichische Popstar – und vielleicht auch als der einzige. Als Falco vor genau 20 Jahren bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kam, war seine beste Zeit eigentlich lange vorbei. Die großen Erfolge blieben lange aus. Hatte Falco früher den Zeitgeist getroffen, rannte er ihm mittlerweile hinterher. Sein letzter Auftritt trug dem Rechnung: Am 31. Dezember 1997 trat er in einer Einkaufsstadt namens „Excalibur City“ an der österreichisch-tschechischen Grenze auf.

Mit der unter dem Synonym „T-MA“ veröffentlichten Techno-Single „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ konnte Falco noch einen kleineren Erfolg erzielen. Einmal noch wollte es Hölzel aber noch wissen. Er arbeitete an einem Comeback-Album, das eine Rückkehr zur alten Form werden sollte. Dass er mit dem Comeback tatsächlich Erfolg haben würde, sollte der Musiker nicht mehr erleben.


Seinen Sarg trugen dann die Hells Angels auf den Wiener Zentralfriedhof. Als letztes Lied erklang Falcos Version von Bob Dylans Klassiker „It’s All Over Now, Baby Blue“. Darin hört man Hölzel in diesem unvergleichlichen Wienerisch die Worte ziehen: „Aber was vorbei is’, is’ vorbei, Baby Blue.“

Falcos Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof. (Bild: Wenn)

In Wien ist Falco unvergessen – auch wenn man ihm anstatt einer eigenen Straße die eher unspektakuläre „Falco“-Stiege in Wien-Margareten widmete. Einmal jährlich treffen sich alte Weggefährten, Mitmusiker und Fans und gedenken ihm in jenem Club, den er so populär gemacht hatte – im Wiener U4, einer Clubinstitution, deren glamouröse Zeit lange her ist. „Im U4 geigen wieder die Goldfisch’“, sang Falco damals. Zahlreiche Wiederveröffentlichungen, ein mittelprächtiger Falco-Film, ein Falco-Musical – Hans Hölzel hatte in seinem Posthum veröffentlichten Stück „Out Of The Dark“ beinahe selbst prophezeit: „Muss ich denn sterben, um zu leben?“

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