Fake-News: Kein Hausverbot für Nikolaus

Fast könnte man an einen April-Scherz denken, würde Weihnachten nicht vor der Tür stehen:

Die Zeitung "Österreich" veröffentlichte eine Titelgeschichte , derzufolge eine Wiener Schule aus Rücksicht auf muslimische Kinder auf Weihnachtstraditionen verzichtet. Der Nikolaus habe Eltern zufolge bereits seit mehreren Jahren Hausverbot. Schweinefleisch werde nicht serviert. Türkischunterricht sei darüberhinaus verpflichtend.

"Vollständig falsch"

Der Stadtschulrat dementiert die Vorwürfe. Auch die Pflichtschulinspektorin Ulrike Doppler-Ebner kritisiert, "in all diesen Fällen wurde niemals vorab mit einer Lehrerin gesprochen, die dies betroffen hätte, oder mit der Schulleitung, mit mir, der ständigen Dienstaufsicht oder der Dienstbehörde, sondern da wird einfach direkt ein Zeitungsmedium angerufen. Alles wird ziemlich unrecheriert abgedruckt und entspricht dann auch nicht der Wahrheit."

Dem Stadtschulrat zufolge hat die Halbtagsschule gar keine Kantine, deshalb sei die Schweinefleisch-Meldung "vollständig falsch". Türkischunterricht sei nicht verpflichtend, die Unterrichtssprache sei Deutsch. Der Nikolaus könnte gern vorbeikommen, sollte der Elternverein seinen Besuch organisieren. Aber Seribane Mejzini vom Elternverein sagt: "Mit den Mitteln, die der Elternverein hat, kann er sich das nicht leisten. Die Kinder bekommen von uns ein Nikolaussackerl, einen Krampus, Obst..."

Ein Weihnachtsmärchen

Viel Aufregung um Nichts? Offenbar hat das Gerücht bereits einen langen Bart. 2006 wurde erstmals erwogen, das Nikolausfest ausfallen zu lassen . Begründung: Kindergartenkinder hätten Angst vor dem Krampus. Die FPÖ warnte damals vor dem Ende der christlichen Traditionen. Seitdem wird das Gerücht regelmäßig zur Weihnachtszeit laut und sorgt für große Empörung - "alle Jahre wieder".