Fake auf Instagram und Co: Wie Blogger in diesem Laden die Realität verdrehen

In den Schauräumen von Hobby Lobby holen sich Instagram-User Inspiration. (Bild: Getty Images)

Eine US-Ladenkette für Bastelbedarf dient Hobbymodels zunehmend als Kulisse. Etliche weibliche Instagram- und Twitter-User inszenieren sich dort vor Topfpflanzen, floristischen Girlanden und Blumengesteck. Die Ergebnisse wirken teils verblüffend gut.

In den ganzen USA wurden sie schon gesichtet: Junge Frauen, die sich mitten in den Verkaufshallen von Hobby Lobby rekeln. Die erfolgreiche Handelskette für Künstler- und Bastelbedarf verfügt über rund 800 Filialen in den Vereinigten Staaten, manche Niederlassungen sind so weitläufig, dass man sich darin geradezu verlieren kann.

Wie das Online-Portal Mashable berichtet, nutzen immer mehr junge Frauen die Verkaufsräume mehr oder weniger heimlich für Foto-Shootings. Die dadurch entstehenden Bilder wirken, als wären sie in einem professionellen Studio oder in freier Natur entstanden. Erfinderin dieser „Hobby-Lobby-Challenge“ ist die junge Fotografin Kelsey Maggart. Ihre Fotos veröffentlicht sie normalerweise auf Instagram. Hier teilt sie ihre Modelfotos auf ihrem Twitter-Account:


Der erste Eindruck verrät nicht viel über den Ort, wo die Bilder aufgenommen wurden. Jedenfalls wirkt alles sehr professionell. In Wahrheit sind die Aufnahmen in der unspektakulären Blumenabteilung eines Hobby-Lobby-Ladens gemacht worden, wie diese Bilder beweisen:


Auch dieses Model-Fotografen-Pärchen nutzt die Schauräume von Hobby Lobby für eine Foto-Session:


Modeblogger, Instagram-Fotografen und Twitter-User haben in dem Bastelladen ein neues Fotostudio entdeckt.

Ihren Ursprung hat die „Hobby-Lobby-Challenge“ in der „Ugly Location Challenge“. Diese wurde von der Profi-Fotografin Jenna Martin aus dem US-Bundesstaat Montana ins Leben gerufen. Ihre ersten Fotos entstanden gemeinsam mit einem blonden Model in einer Lagerhalle für Autoreifen.


Auf dem Foto-Blog PetaPixel schrieb Martin über ihre Idee: „Anstatt die üblichen wunderschönen Locations auszuwählen, hatte ich die Idee, das Gegenteil zu machen. Ich wollte irgendwo hingehen, wo es nach allen konventionellen Fotografie-Standards ‚hässlich‘ ist und dann sehen, was man damit machen kann.“