«Fahrende Bombe» von Kreta sollte Sprengstoff nach Libyen bringen

Bei der Durchsuchung des in Kreta festgehaltenen Frachtschiffs “Andromeda” – Spitzname «fahrende Bombe» - sind offenbar neben gut 400 Tonnen Sprengstoff auch Nachweise gefunden worden, dass das Schiff Libyen ansteuern sollte. Nach Medienberichten („MARITIME BULLETIN») «sollte der Kapitän das Schiff nach Libyen bringen, um Sprengstoffe abzuladen, was durch internationale Sanktionen verboten ist.“ So hat die EU Lieferungen von Waffen oder Munition nach Libyen wegen des Bürgerkrieges in diesem nordafrikanischen Land verboten.

Nikos Lagadianos, Sprecher der griechischen Küstenwache:

„Der Schiffskapitän erhielt von seinem Besitzer eine Anweisung, das Schiff in Richtung Misrata, Libyen, zu navigieren, um die Ladung zu entladen und zu übergeben."

Laut Küstenwache wurde das Schiff am 6. Januar gestoppt und zum Einlaufen in den Hafen von Iraklion auf Kreta gezwungen. Den Sprengstoff soll das Schiff im türkischen Mersin geladen haben. Karten des angeblichen Bestimmungsortes Dschibuti wurden nach den Berichten nicht gefunden.

Das Schiff gehört einer griechischen Reederei und fährt unter der Fahne Tansanias.

Der Manager Theodoros Rellos:

"Das ernsthafte Angebot, das wir hatten, war Misrata. Wir informierten die Beteiligten darüber, die Ladungseigner, die Empfänger. Dies war eine Lösung, an die wir gedacht, aber die wir nie umgesetzt haben, nie ernsthaft erwogen und befürwortet haben, einfach weil Libyen ein instabiles Land ist.“

Die achtköpfige Besatzung des Frachters wurde festgenommen. Die Reederei habe über alles Bescheid gewusst, so die Ehefrau eines Seemanns aus der Ukraine, Anastasia Konoplova, in einem Facebook-Post.

Das Schiff sei zunächst wegen möglicher technischer Mängel und ausstehender Gehälter von den griechischen Behörden festgehalten worden. Das Schiff werde regelmäßig für den Transport gefährlicher Güter eingesetzt.

Laut Website wurde International Andromeda Shipping SAM mit Sitz in Monaco 1992 von drei Partnern gegründet, um im internationalen Öl- und Gashandel mitzumischen.

su mit dpa