Fahren mit Autopilot: Ein Mann fährt nach seiner Verhaftung erneut auf dem Rücksitz seines Teslas

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Die California Highway Patrol schleppt den Tesla von Param Sharma ab.
Die California Highway Patrol schleppt den Tesla von Param Sharma ab.

In San Francisco wurde ein Mann verhaftet, der auf dem Rücksitz seines Tesla mit Autopilot auf der Autobahn fuhr. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis will der Mann aber auch weiterhin so fahren — und immer wieder neue Autos kaufen, wenn sie von der Polizei beschlagnahmt werden.

Nachdem Param Sharma wegen Fahrlässigkeit in zwei Fällen verhaftet wurde, erschien er am Mittwoch zu einem Interview mit dem Nachrichtensender KTVU in der Bay Area und zwar wieder auf dem Rücksitz seines Tesla. Doch es war nicht das gleiche Auto, in dem die California Highway Patrol ihn angehalten hatte. Am Tag nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kaufte er einen neuen Tesla Model 3, weil sein anderer beschlagnahmt wurde, so Sharma. Außerdem sei er "sehr reich. Ich habe unendlich viel Geld, das ich für Teslas ausgeben kann. Wenn sie mir meinen Tesla wegnehmen, werde ich mir einen neuen Tesla kaufen. So läuft das", erklärt er.

Die California Highway Patrol sagte am Dienstag, dass sie Sharma wegen rücksichtslosen Fahrens und Ungehorsam gegenüber einem Polizeibeamten verhaftet habe. Zu der Verhaftung kam es, nachdem Videos im Internet kursierten, die Sharma auf dem Rücksitz seines Autos zeigten, während er auf der Autobahn fuhr. Er war bereits im April wegen desselben Vergehens vorgeladen worden, so die Polizei.

Es handelt sich dabei aber nur um den jüngsten Vorfall, der Anlass zu einer Untersuchung darüber gibt, wie manche Tesla-Fahrer die Fahrerassistenzfunktion missbrauchen. Die National Highway Traffic Safety Administration hat Ermittlungen in mehr als zwei Dutzend Unfällen mit einem Tesla eingeleitet. Darunter ist auch ein tödlicher Vorfall im April, bei dem laut Polizei niemand auf dem Fahrersitz saß.

Sharma betont, dass er einen Tesla mit Full Self-Driving gekauft hat. Allerdings scheint er zu viel Vertrauen in die Fähigkeiten der Funktion zu haben. Das 10.000 Dollar teure erweiterte Fahrerassistenzsystem — eine Steigerung gegenüber der Standardfunktion Autopilot — ermöglicht es dem Fahrzeug, automatisch die Spur zu wechseln, Autobahnauf- und -abfahrten zu bewältigen sowie Stoppschilder und Ampeln zu erkennen. Aber es macht den Wagen nicht zu einem autonomen Fahrzeug und laut dem Unternehmen muss der Fahrer bei der Nutzung des Autopiloten volle Aufmerksamkeit walten lassen.

Selbst in seiner fortschrittlichsten Ausführung hat das Full Self-Driving-System noch große Schwächen. Tesla bittet die Beta-Tester der Software um Wachsamkeit, da die Funktion "zum ungünstigsten Zeitpunkt das Falsche tun" könnte. In Tests zeigte sich das Selbstfahrsystem laut Consumer Reports uneinheitlich und schaltete sich manchmal ohne Vorwarnung ab.

Dennoch will Sharma nicht aufhören, auf dem Rücksitz seines Autos mitzufahren, trotz der klaren Gefahren für Fußgänger und andere Fahrer. "Ich glaube, bis Mitte 2022 wird das Autofahren auf dem Rücksitz normal sein. Im Moment nehmen die Leute es einfach zu ernst", sagte er.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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