Fachkräfte für den Güterverkehr werden rar

Wiesbaden (dpa) - Der Fachkräftemangel im Güterverkehr könnte sich in den kommenden Jahren verschärfen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren im vergangenen Jahr 35 Prozent der Fahrer mindestens 55 Jahre alt.

Damit sei der Anteil der Altersgruppe 55 plus deutlich höher als unter den Erwerbstätigen insgesamt (25 Prozent), teilte die Behörde mit. Die Zahl der Einsteiger unter 25 Jahren war mit gut 3 Prozent vergleichsweise gering. Unter allen Erwerbstätigen machen die unter 25-Jährigen knapp 10 Prozent aus.

Die Branche leidet seit geraumer Zeit unter Fachkräftemangel. Laut Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung fehlen in Deutschland 60.000 bis 80.000 Lkw-Fahrer. Jährlich wachse die Lücke um 15.000.

«Schlechte Arbeitsbedingungen und das negative Image des Berufes sind die Hauptgründe für den Mangel an Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern», sagte Carsten Taucke vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, denn Berufskraftfahrer seien die Stütze der Logistik und sicherten die alltägliche Versorgung. Notwendig sind Taucke zufolge bessere Arbeitsbedingungen, eine marktgerechte Entlohnung sowie eine kürzere Ausbildung.

Im Schnitt verdienen Lkw-Fahrer nach Angaben der Wiesbadener Behörde unterdurchschnittlich. So erhielten Fachkräfte im Bereich Gütertransport im vergangenen Jahr monatlich 2725 Euro brutto. Das waren gut 670 Euro weniger als Beschäftigte mit einer vergleichbaren Ausbildung und Berufserfahrung in der Wirtschaft insgesamt (3399 Euro). Angelernte Kräfte bekamen im Schnitt 2371 Euro brutto. In der Wirtschaft insgesamt lag der Durchschnittsverdienst für diese Gruppe mit 2717 Euro monatlich knapp 350 Euro höher.

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