Facebook: Die verlorene Generation

Benedikt Kaufmann
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Facebook: Die verlorene Generation

Das beste Soziale Netzwerk ist das, auf dem deine Freunde sind. Je mehr Nutzer auf der jeweiligen Plattform vertreten sind, desto stärker werden weitere Nutzer angezogen. Die kritische Masse an Profilen hat Facebook bereits erreicht: Mehrere Generationen sind annähernd komplett auf dem sozialen Netzwerk vertreten – die jüngste jedoch fehlt.

Neue Zahlen der Marktforscher von eMarketer zeigen auf, dass die jüngste Generation allmählich das Interesse an Facebook verliert. Snapchats Nutzerzahlen bei US-Jugendlichen bis 24 überholen erstmals Facebook. Für den Konzern ein problematischer Trend. Insgesamt dürfte die Zahl der Facebook-Nutzer aus den USA jedoch auch in diesem Jahr ansteigen – eMarketer erwartet einen Anstieg von 2,4 Prozent auf 172,9 Millionen, leicht höher als vorherige Schätzungen.

Offensichtlich ist jedoch, dass der Konzern investieren muss, will man die Social-Media-Krone behalten. Um insbesondere unter den jungen Nutzern neue Anhänger zu sammeln, veröffentlichte Facebook am Montag den Messenger Kids für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. In der App wird weder Werbung gezeigt, noch sollen die Nutzerdaten zu Werbezwecken eingesetzt werden. Gleichzeitig ist der Messenger Kids nicht mit Facebook verknüpft.

Facebook stellt damit eine Marketingkampage auf die Beine, die zukünftige Nutzer sichern soll. Zu jung ist die Zielgruppe dabei aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht: zwei Drittel der 3 bis 14 Jährigen US-Kinder sind Online. Im Alter von 15 sind es dann über 80 Prozent.

Basisinvestment

Wer langfristig und vor allem aussichtsreich in Soziale Netzwerke investieren will, kommt an Facebook nicht vorbei. Der aktuelle Rücksetzer kann, sobald ein charttechnischer Boden gefunden ist, bei diesem Basisinvestment zum Nachkauf genutzt werden. Sowohl die langfristigen als auch die mittelfristigen Trends bleiben intakt. DER AKTIONÄR belässt das Kursziel auf 200,00 Euro.