Handelsdeal hilft dem Dow – Facebook zwingt Nasdaq in die Knie


  • Facebooks historischer Kurseinbruch belastet Tech-Werte
  • Gespräch zwischen Trump und Juncker sorgt für Auftrieb an den Börsen
  • McDonald’s enttäuscht beim US-Umsatz

Das Fazit an der Wall Street fällt am Donnerstag gemischt aus: Während ein Rekord-Kurseinbruch bei der Facebook-Aktie die Technologiewerte am Donnerstag in die Tiefe riss, gab die Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU den Standardwerten Auftrieb.

Die wichtigsten US-Indizes im Überblick

Der heftige Kursabsturz von Facebook zog die gesamte Tech-Branche in Mitleidenschaft. Ein schwacher Quartalsbericht kostete die Kalifornier ein Fünftel ihres Börsenwertes und zog den technologielastigen Nasdaq-Index ein Prozent ins Minus. Der breiter gefasste S & P 500 sank um 0,3 Prozent auf 2837 Zähler. Lediglich der Dow Jones konnte sich dem Abwärtstrend entziehen. Er schloss 0,4 Prozent höher auf 25.527 Punkten.

Was heute wichtig war

In New York stand insbesondere Facebook im Rampenlicht. Der Internet-Konzern stieß die Anleger mit dem Quartalsbericht und Ausblick vor den Kopf. Weil verunsicherte Nutzer sich von dem weltgrößten Internet-Netzwerk abwenden und es für das US-Unternehmen teurer wird, alle Gesetze einzuhalten, steigen Umsatz und Gewinn nicht mehr so stark wie früher. Die Aktien brachen fast 19 Prozent ein und vernichteten 119 Millionen Dollar an Börsenwert. Kein anderes Unternehmen zuvor hat mehr binnen eines Handelstags verloren.


Am Donnerstag stand außerdem auch die überraschende Einigung von US-Präsident Donald Trump und Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Zollfragen im Fokus. Sie sorgte für Erleichterung an den US-Börsen, warf aber auch Fragen auf, wie es nun weitergeht.

Der Eurokurs geriet unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1646 US-Dollar. EZB-Präsident Mario Draghi hatte energisch betont, dass die Zinsen noch lange Zeit auf einem extrem tiefen Niveau verharren werden. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1716 (Mittwoch: 1,1690) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8535 (0,8554) Euro.

Einzelwerte im Fokus

Neben Facebook ließen auch andere Technologiewerte Federn. Amazon büßten vor Veröffentlichung der Quartalszahlen nach Börsenschluss rund drei Prozent ein, erholten sich nachbörslich jedoch wieder. Twitter gaben 2,9 Prozent nach. Der Kurznachrichtendienst legt seine Bilanz am Freitag vor.

Auf der Verliererseite standen auch McDonald's, die 1,7 Prozent absackten. Die Schnellrestaurantkette profitierte zwar von einem starken Auslandsgeschäft. Für Enttäuschung sorgte aber die Umsatzentwicklung auf dem Heimatmarkt.

Die Papiere von Qualcomm zogen dagegen um sieben Prozent an. Börsianer waren erleichtert, dass der US-Chipkonzern die rund 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme des niederländischen Halbleiter-Unternehmens NXP abgeblasen hat.

Beim Bezahldienst Paypal drängte ein enttäuschender Ausblick sowohl die starken Quartalszahlen als auch das angekündigte Aktienrückkaufprogramm in den Hintergrund – die Papiere verloren 2,44 Prozent.


Aus der Automobilbranche kamen ebenfalls schlechte Nachrichten: Ein Gewinneinbruch und gesenkte Jahresziele ließen die Aktien von Ford um rund sechs Prozent sinken. Der Autobauer verwies auf Probleme bei der Truck-Produktion in Nordamerika wegen eines Feuers bei einem Zulieferer und anhaltende Schwierigkeiten im China-Geschäft, das unter sinkenden Absatzzahlen und dem Zollstreit mit den USA leide. Am Mittwoch waren bereits die Anteilscheine der Wettbewerber Fiat Chrysler und General Motors unter Druck geraten.

Diese Aktien fielen im nachbörslichen Handel auf

Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen stiegen Amazon-Aktien um bis zu vier Prozent. Der Umsatz zog um 39 Prozent auf 52,9 Milliarden Dollar an. Der Nettogewinn sprang von 197 Millionen im Vorjahresquartal auf 2,5 Milliarden Dollar.

Die Papiere von Intel gaben trotz guter Zahlen nachbörslich bis zu vier Prozent nach. Der Chiphersteller konnte dank florierender Geschäfte mit Rechenzentren seinen Gewinn und Umsatz steigern. Die Erlöse im Geschäft mit Rechenzentren legten um 26,9 Prozent auf 5,55 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten mit 5,63 Milliarden Dollar allerdings mehr erwartet.

Um mehr als zehn Prozent konnten die Aktien von Expedia zulegen. Der Reise-Veranstalter hatte zuvor die Analystenerwartungen mit seinen Zahlen für das zweite Quartal übertroffen.