Bei Facebook spielt die Musik


Alles im Leben ist schöner mit ein bisschen Musik. Das weiß auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der soll laut Informationen der Agentur Bloomberg der Musikindustrie hunderte Millionen an Dollar zahlen wollen, um Lizenzen für Songs zu erwerben. Dadurch sollen Nutzer Musik in ihre Videos einbinden können – ganz legal und ohne mit Abmahnungen der Labels rechnen zu müssen.

Der millionenschwere Deal ist vor allem eines: Eine konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von Facebook. Firmengründer Zuckerberg macht es der Konkurrenz damit noch schwerer, gegen sein Netzwerk zu bestehen.

Dass Facebooks Ambitionen auch in Richtung Musik gehen, wurde in der Branche schon lange gemunkelt. Spätestens seit im Januar eine Personalie durch US-amerikanische Tech-Blogs ging: Mit Tamara Hrivnak warb Facebook die Leiterin für Musikpartnerschaften bei Google Play und Youtube ab. Ihre neue Position: Globale Chefin für Strategie und Geschäftsentwicklung im Bereich Musik. In der Branche gilt Hrivnak als geachtete Expertin für das Aushandeln von Lizenz-Deals.


Es wäre ein wahrer Paukenschlag, sollten Nutzer in die Lage versetzt werden, legal Musik in ihre Videos auf der Plattform einbinden zu können. Der Anreiz den Urlaub, eine Party oder Hochzeit in Bewegtbild festzuhalten und auf der Plattform hochzuladen, steigt dadurch erheblich. Eitelkeit und Selbstdarstellung ist mit Musik einfach noch schöner.

Mit der Einführung von „Watch“ hat Facebook bereits einen eigenen Bereich nur für Videos geschaffen, den es zu füllen gilt. Eine Goldgrube voller bewegter Bilder: Schon länger plant Facebook die Einführung von Werbeunterbrechungen, die auch Youtube zur Monetarisierung nutzt.


Apropos Youtube: Die Videoplattform aus dem Hause Alphabet dürfte Facebooks Vorhaben so gar nicht gefallen. Schließlich dürften mit Musik unterlegte Videos die Attraktivität Facebooks als Videoplattform deutlich steigern, zum Nachteil von Youtube.

Zudem dürfte Facebooks Vorhaben auch der Musikindustrie gefallen, die mitunter bemängelt, dass Youtube zu wenig für die Durchsetzung ihrer Rechte tut. Facebook soll zudem versprochen haben, an einem System zu arbeiten, das Urheberrechte auf der Plattform sichern soll. Eine Win-Win-Situation – vor allem für Mark Zuckerberg.

KONTEXT

Welche Facebook-Dienste die Deutschen nutzen

Mehr als "Gefällt mir"

Facebook ist nicht nur eine Internetseite oder eine App. Das soziale Netzwerk wurde in den vergangenen Jahren kräftig erweitert. Die bekanntesten Teile sind der Facebook Messenger, Instagram und Whatsapp. Das Statistik-Portal Statista hat die Deutschen gefragt, welche Dienste und Produkte sie mindestens gelegentlich nutzen.

Facebook allgemein

72 Prozent nutzen das Social Media Portal. Dabei ist der Unterschied zwischen Männern (73 Prozent) und Frauen (71 Prozent) gering.

Facebook Messenger

Den Facebook-Nachrichtendienst nutzen 43 Prozent der Befragten - Männer wie Frauen.

Instagram

Den Online-Dienst Instagram zum Teilen von Fotos und Videos nutzen 26 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen.

Whatsapp

Den Instant-Messaging-Dienst, der seit dem Jahr 2014 zu Facebook gehört, wird 70 Prozent der Befragten genutzt. Mit 71 Prozent männlichen und 70 Prozent weiblichen Nutzern sind die Unterschiede bei den Geschlechtern gering.