Facebook interessiert an sensiblen Kundendaten bei US-Banken

Facebook hat bei einigen großen US-Banken sensible Kundendaten angefragt. Der Online-Dienst habe Gespräche mit Banken wie JPMorgan, Citibank und Chase geführt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Finanzkreisen. Demnach will Facebook etwa mithilfe von Informationen über Transaktionen, den Kontostand und den genauen Ort von Einkäufen der Nutzer neue Dienste in seinem Messenger anbieten.

Facebook bestätigte die Gespräche mit den Banken. nicht aber, dass es sich um derart sensible Daten handelt. Das Unternehmen erklärte, über seinen Messenger die Kommunikation mit Banken erleichtern zu wollen. "Die Idee ist, dass es besser sein kann, mit seiner Bank zu chatten, als am Telefon in der Warteschleife zu sein", erklärte Facebook.

Eine Sprecherin von JPMorgan erklärte, Informationen zu Transaktionen "mit diesen Plattformen" nicht zu teilen. "Wir musste daher zu einigen Dingen 'nein' sagen", erklärte Patricia Wexler.

Zuerst hatte das "Wall Street Journal" über den Fall berichtet. Etwa 1,3 Milliarden Menschen nutzen den Messengerdienst von Facebook.

Facebook steckt bereits wegen des Datenskandals um die Weitergabe von Nutzerinformationen durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica in einer schweren Krise. Die Daten von rund 87 Millionen Nutzern des Onlinenetzwerks waren bei Cambridge Analytica gelandet und sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein. Facebook sieht sich deshalb mit einer Vielzahl von Untersuchungen konfrontiert und steht weltweit in der Kritik.