Facebook hat jetzt auch einen Messenger extra für Kinder

Altersgrenzen fürs Chatten auf Facebook gibt es ab sofort nicht mehr. (Bild: AP Photo)

Die Zielgruppen werden immer jünger: Anfang der Woche stellte Facebook seinen ersten Messenger-Dienst für Kinder vor. Eine Premiere. Denn erstmals erlaubt der Konzern Unter-13-Jährigen, eine seiner Plattformen legal zu nutzen. Die Eltern spielen dabei eine wichtige Rolle.

Facebook, das war bisher eine Angelegenheit für Jugendliche und Erwachsene. Wer jünger als 13 Jahre alt war, durfte bei dem sozialen Netzwerk keinen Account anlegen. Nun hat der Internetkonzern aus Kalifornien ein Angebot für ebenjene Altersgruppe entwickelt: Messenger Kids richtet sich an die ganz jungen User. Um Sicherheit zu gewährleisten, hat Facebook eigenen Angaben zufolge 18 Monate mit Experten in den Bereichen Kinderentwicklung und Sicherheit zusammengearbeitet.

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„Die Eltern kontrollieren jeden Aspekt davon“, sagt Loren Cheng, der verantwortliche Produktmanager von Facebook. Die App soll Kindern den Austausch untereinander ermöglichen. Messenger Kids ist nicht in Facebooks herkömmliche App integriert, sondern ist ein gänzlich eigenständiger Dienst. Wichtigster Punkt: Ohne Eltern geht gar nichts!

Messenger Kids wurde zusammen mit Experten entwickelt. (Bild: AP Photo)

So können Kinder nur dann einen Account auf Messenger Kids erstellen, wenn sie mit dem Facebook-Account eines ihrer Elternteile befreundet sind. Die Eltern entscheiden zudem über alle Freundschaftsanfragen, die ihre Kinder bekommen – und zwar über ihren eigenen Facebook-Account. Wenn Erwachsene einem Kind schreiben wollen, müssen sie mit einem Elternteil des Kindes auf Facebook befreundet sein.

Und selbst wenn Kinder untereinander kommunizieren wollen, geht das nur, wenn Eltern von beiden Kindern auf Facebook miteinander befreundet sind. Diese und weitere Mechanismen sollen den Schutz der Kinder garantieren. Zudem soll es bei Facebook eine ganze Abteilung geben, die gemeldeten Missbrauch kontrolliert.

Im Gegensatz zu den Erwachsenenangeboten von Facebook sollen keine Daten an Werber weitergegeben werden. Eine Software sorgt zudem dafür, dass Nacktbilder erkannt und gebannt werden. Kinder können neben dem Austauschen von Nachrichten auch GIFs verschicken, Videoanrufe tätigen und Sticker zusenden. Derzeit gibt es Messenger Kids nur in den USA.

Die App steht schon kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung in der Kritik. Auf Twitter und in anderen Netzwerken und Foren wird die neue App heiß diskutiert. So schreibt etwa ein User auf Twitter: „Messenger Kids ist eine schreckliche Idee. Irgendwelche Perverse werden sich leicht in diese Plattform mogeln können. 2018 wird ein turbulentes Jahr für die Leute bei Facebook.“


Bei Facebook wehrt man die Kritik jedoch ab: Man wolle ein Problem, das aktuell in vielen Familien vorherrsche, beseitigen: dass Kinder ohne Gefahr an sozialen Netzwerken partizipieren können. Mit dem Messenger Kids sei dies nun möglich, heißt es von dem Unternehmen. „Wir glauben, dass es möglich ist, Kindern ein spaßiges Erlebnis zu bieten, dass auch Eltern mehr Seelenfrieden verschafft“, schrieb Antigone Davis, Chefin der Sicherheit auf Facebook, neulich in einem Blogbeitrag.

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