Facebook erklärt, wie der Newsfeed 2018 Inhalte priorisiert

Zwei Monate nach der Anhörung vor dem US-Senat hat Facebook CEO Mark Zuckerberg nun endlich 229 Seiten mit Antworten auf die Fragen eingereicht, die bei der Anhörung unbeantwortet geblieben waren. Der CEO hatte versprochen, alle Fragen der Senatoren später zu beantworten, da die Zeit für die Befragung begrenzt war.

Filefoto: Ein 3D-Facebook-Like-Button und das Facebooklogo – diese Illustration stammt vom 25. Oktober 2017. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration/File Photo

In den 76 Seiten mit Antworten auf die 118 Fragen des republikanischen Senators Ted Cruz (Texas) erläuterte Facebook sehr ausführlich, wie der News Feed Inhalte priorisiert. Lange Zeit wurden vor allem Artikel und Videos von Medienseiten hervorgehoben. Im Januar passte Facebook den News Feed so an, dass er nun bevorzugt Inhalte von Familie und Freunden zeigt.

In der Antwort an Cruz sagte Facebook, dass der News Feed aus „Geschichten von ihren Freunden, Seiten, denen sie folgen und Gruppen, denen sie beigetreten sind“ besteht.

„Ranking ist der Prozess, den wir einsetzen, um all diese Geschichten zu organisieren, so dass User jedes Mal, wenn sie Facebook öffnen, die Inhalte ganz oben sehen, die für sie am relevantesten sind“, schrieb das Unternehmen.

Facebook nennt vier Elemente für das Ranking. Erstens gibt „der verfügbare Vorrat an Inhalten“ dem Algorithmus eine Sammlung zur Auswahl.

Das nächste Kriterium, etwas das Facebook „Signale“ nennt, ist nicht so ganz eindeutig. In den Antworten an Cruz und andere spricht das Unternehmen lediglich von „Datenpunkten, die Ranking-Entscheidungen beeinflussen können“.

Facebook sprach über die Signale in einem Video vom 22. Mai und merkte an, dass berücksichtigte Datenpunkte sein könnten, „wie alt eine Story ist oder wer sie gepostet hat oder wie schnell Ihre Internetverbindung ist oder auf welchem Handy Sie Facebook nutzen“.

Der nächste Punkt ist einfach: Facebooks Algorithmus wägt ab, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person den Inhalt kommentiert oder mit einem Freund teilt („Vorhersagen“).

Den Senatoren hatte Facebook diese Kriterien nicht weiter erläutert, aber das aktuelle Erklärvideo des Unternehmens führte diese Dinge etwas weiter aus. Die „Vorhersagen“-Kategorie analysiert das bisherige Verhalten eines Users, also wie wahrscheinlich er einen bestimmten Inhalt meldet, teilt, likt oder kommentiert. Da Facebook Interessen identifiziert und die Stärke der Verbindung zwischen Menschen und Seiten messen kann, beeinflussen diese wahrscheinlich die Annahmen von Facebook, auf welche Inhalte sie reagieren und welche sie mögen.

Dies wird zu einer „Relevanzbewertung“ zusammengefasst. Laut Facebooks Erklärung sind die Facebook-Inhalte also direkt nach ihrer Relevanz sortiert.

Was in dieser Liste – „Inventar“, „Signale“, „Vorhersagen“ und „Relevanzbewertung“ – fehlt, ist das Kriterium, nach dem Cruz mit seinen Fragen zu suchen schien, um herauszufinden, ob das Unternehmen liberale Ansichten bevorzugt.

Ethan Wolff-Mann