Facebook erfindet 42 Millionen Nutzer

In den Nutzerstatistiken von Facebook finden sich einige Unstimmigkeiten. (Symbolbild: AP Photo)

Unrealistische Werbeziele bei Facebook: Das Unternehmen verspricht, mehr Nutzer erreichen zu können, als in einigen Ländern überhaupt leben.

Reichweite ist Umsatz – das gilt für jedes werbetreibende Unternehmen. Je mehr Nutzer erreicht werden können, desto mehr Geld kann man verdienen. Voraussetzung sollte jedoch sein, dass diese Nutzer auch wirklich existieren. In der User-Statistik der Social-Media-Plattform Facebook ist das jedoch nicht der Fall.

Das soziale Netzwerk weist etwa in Deutschland 12 Millionen Nutzer im Alter von 20 bis 29 Jahren aus. Die offizielle Bevölkerungszahl dieser Altersgruppe liegt laut Statistischem Bundesamt jedoch bei lediglich 9,2 Millionen. Damit erfindet Facebook nicht nur 2,8 Millionen junge Deutsche: Einwohner ohne Facebook scheint es schlichtweg nicht zu geben.

Wie die australische Plattform „AdNews“ bei einer Untersuchung der Nutzerzahlen von zwölf Ländern herausgefunden hat, erfindet Facebook für neun Länder, darunter sieben der G8-Staaten, millionenfach Nutzer in den Zwanzigern. Die Nutzerzahlen des sozialen Mediums übersteigen die tatsächlichen Bevölkerungszahlen dabei um 26 bis 42 Prozent. Insgesamt weist Facebook in den untersuchten Ländern 42 Millionen User aus, die nicht existieren.

Bemerkenswert dabei ist, dass diese extremen Übertreibungen nur bei Usern zwischen 20 und 29 Jahren geschehen – für die Werbekunden die attraktivste Zielgruppe. Bei Teenagern und Nutzern über Vierzig liegen die Nutzerzahlen des Unternehmens ganz realistisch unter den tatsächlichen Bevölkerungszahlen.

Wie „AdNews“ berichtet, erklärte Facebook, dass es sich bei den Nutzerzahlen um Schätzungen handele, die nicht auf offiziellen Daten basieren und von Besuchern eines Landes und Usern beeinflusst werden können, die bezüglich ihres Alters lügen. Zwar stellt das Unternehmen seinen Werbekunden nur die tatsächlich erreichten Nutzer in Rechnung, die falschen Angaben der potenziellen Reichweite zur Planung von Kampagnen sind dennoch irreführend.