Facebook-Datenaffäre wirbelt Börsen durcheinander – Aktionäre verlieren bis zu 30 Milliarden Euro

Die Facebook-Datenaffäre hat die Börsen weltweit durcheinandergewirbelt.

Im Sog fallender US-Technologiewerte haben auch die asiatischen

Börsen am Dienstag nachgegeben. Der japanische

Nikkei-Index verlor 0,5 Prozent auf 21.381 Punkte.

Abgesehen von anstehenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank litten

asiatische High-Tech-Titel unter den Kursverlusten ihrer US-Rivalen, denen wiederum die Facebook-Datenaffäre zu schaffen machte. Das weltweit größte Online-Netzwerk steht wegen der angeblichen unerlaubten Nutzung von Kundendaten für Wahlwerbung durch eine britische Firma unter Druck.

Die US-Börsen hatten am Montag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,3 Prozent. Der breiter gefasste S&P gab um 1,4 Prozent nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,21 Prozent. Die Technologiewerte litten auch unter der Nachricht, wonach die Europäische Kommission eine dreiprozentige Umsatzsteuer für die gewinnträchtigen US-Digitalkonzerne erwägt. Dies ließ die Papiere der Google-Mutter Alphabet um gut 3 Prozent absacken. Die Titel von Amazon und Microsoft verloren 1,7 beziehungsweise 1,8 Prozent.

BINNEN WENIGER STUNDEN 40 MILLIARDEN DOLLAR VERLOREN

Zu Wochenbeginn waren die Facebook-Titel um bis zu 8 Prozent abgestürzt. Der Börsenwert des Konzerns schrumpfte damit binnen weniger Stunden um fast 40 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro). Der Konzern hatte am Freitagabend eingeräumt, dass die Datenanalysefirma Cambridge Analytica und einige Forscher die Auflagen des weltgrößten Internet-Netzwerks verletzt hätten. Medienberichten zufolge wertete Cambridge Analytica private Informationen von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern aus und unterstützte mit den Ergebnissen den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump.

Facebook hat nach eigenen Angaben bei Gericht zugelassene Buchprüfer engagiert (Stroz Friedberg, New York), sie sollen feststellen, was an den Vorwürfen dran ist. Zuvor hatte Facebook laut "New York Times" seinen Sicherheitschef Alex Stamos entmachtet. Er wollte demnach Russlands Propaganda für Donald Trump schon 2016 öffentlich machen - doch Mark Zuckerbergs Top-Management sei nicht dafür gewesen.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, kündigte an, die Institution werde die Berichte über massiven Missbrauch der Daten von Facebook für politische Zwecke "umfassend untersuchen".

su mit Reuters, dpa