Fabio Quartararo: "Werde im Rennen riskieren, sonst ist die WM vorbei"

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Fabio Quartararo qualifizierte sich für den Grand Prix von Europa in Valencia auf dem elften Startplatz. Gleichzeitig startet sein härtester WM-Konkurrent Joan Mir aus der Mitte der zweiten Reihe. 14 Punkte hat Quartararo Rückstand auf den Suzuki-Fahrer.

Auf nasser beziehungsweise feuchter Strecke hatte Quartararo extreme Mühe. Freitagvormittag war er mit fast drei Sekunden Rückstand der langsamste Fahrer. Als im zweiten Training mit Slicks gefahren werden konnte, rettete sich der Franzose auf Platz neun und somit ins Q2.

Auch in den nassen dritten und vierten Freien Trainings war Quartararo nur auf den hinteren Plätzen zu finden. Ähnlich wie im Regenrennen in Le Mans (Frankreich) kommt er auf nasser Strecke mit Regenreifen nicht mit seiner Yamaha klar.

Kein Gefühl im Nassen und keine Ahnung warum

"Das Gefühl war sehr schlecht", sagt Quartararo klipp und klar. "Ich habe überhaupt kein Gefühl auf dem Motorrad. Die ersten zwei Runden sind im Vergleich zu den anderen Fahrern nicht so schlecht, aber dann machen alle anderen einen Sprung."

"Sie fahren um zwei bis zweieinhalb Sekunden schneller. Wir können uns nicht verbessern. Es ist sehr schwierig zu verstehen, warum wir so langsam sind. Ich bin wirklich enttäuscht. Im Vorjahr war mein Gefühl für das Motorrad großartig. Gestern und heute war es richtig schlecht."

Auf nasser Strecke rutscht Fabio Quartararo nur herum

Auf nasser Strecke rutscht Fabio Quartararo nur herum<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Auf nasser Strecke rutscht Fabio Quartararo nur herumMotorsport Images

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"Ich habe als Fahrer alles versucht. Ich habe anders gebremst, mich anders in die Kurve gelegt. Das Ergebnis ist aber immer gleich. Ich verliere vorne und hinten die Kontrolle. Die ganze Zeit rutsche ich herum. Das ist kein gutes Gefühl."

"Es ist so schwer zu verstehen, denn im Vorjahr war ich in allen nassen Trainings in den Top 5. Jetzt bin ich immer auf den letzten fünf Plätzen. Das ist sehr frustrierend. Ich weiß, dass ich kein sehr guter Regenfahrer bin, aber so ein Desaster bin ich auch nicht."

"Im Vorjahr war ich in einigen nassen Trainings überrascht, wie ich die Reifen gemanagt habe und welche Schräglagen ich fahren konnte. Jetzt wirkt es so, als würde ich zum ersten Mal mit einem Motorrad im Nassen fahren. Wenn ich Druck mache, würde ich eigentlich immer stürzen."

Volle Attacke für die Weltmeisterschaft

Wenn die Wetterprognose für den Sonntag stimmt, dann wird es trocken bleiben. Dann werden die Karten neu gemischt, denn niemand konnte das Set-up optimieren und die verschiedenen Slick-Reifen austesten. Es wird ein großer Poker werden.

14 WM-Punkte beträgt sein Rückstand auf Suzuki-Ass Joan Mir

14 WM-Punkte beträgt sein Rückstand auf Suzuki-Ass Joan Mir<span class="copyright">Motorsport Images</span>
14 WM-Punkte beträgt sein Rückstand auf Suzuki-Ass Joan MirMotorsport Images

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Das sieht Quartararo für sich als Vorteil, denn sein Motto lautet volle Attacke: "Ich habe morgen nichts zu verlieren. Mein Ziel lautet, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Wenn ich morgen keine großen Risiken eingehe, dann ist es vorbei. Wenn ich morgen aggressiv sein muss, dann werde ich es sein. Sollte ich stürzen, dann aus gutem Grund."

"Das Warm-up wird sehr wichtig werden, und natürlich auch das Rennen. Dass niemand Zeit für die Abstimmung hatte, ist für mich gut. Alle werden mit der Basisabstimmung starten. Dann werden wir sehen, wie es läuft. Ich finde das gut, weil ich nichts zu verlieren habe. Natürlich habe ich etwas Druck, weil ich aus der vierten Reihe starte, aber ich habe nichts zu verlieren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.