F1-Training Imola 2020: Track-Limits wieder ein Thema

Christian Nimmervoll
·Lesedauer: 2 Min.

Lewis Hamilton hat im ersten Freien Training zum Grand Prix der Emilia-Romagna in Imola Bestzeit erzielt. Der Mercedes-Fahrer verwies Max Verstappen (Red Bull) und seinen Teamkollegen Valtteri Bottas um 0,297 beziehungsweise 0,492 Sekunden auf die Plätze und unterstrich damit seine Favoritenstellung auf die Pole-Position.

Hier das komplette Trainingsergebnis abrufen!

Weil der Zeitplan in Imola auf zwei Tage komprimiert ist, war das erste gleichzeitig das einzige Freie Training vor dem Qualifying. Das bisher letzte Freie Training in Imola war das Samstags-FT3 im Jahr 2006. Damals fuhr Michael Schumacher (Ferrari) eine Bestzeit von 1:23.787 Minuten. 14 Jahre später fährt Hamilton in 1:14.726 Minuten auf P1.

"Diese Strecke ist unglaublich", schwärmt Hamilton vom Autodromo Enzo e Dino Ferrari. "Eine schnelle Runde zu fahren, ist wirklich toll. Das Rennen wird glaube ich weniger aufregend. Weil es so schnell ist, aber gleichzeitig auch ziemlich eng. Da wird es schwierig, jemanden zu überholen. Am ehesten geht es nach Kurve 2 und auf der Start- und Zielgerade."

"Das Gripniveau", sagt er, "ist recht hoch, und die meisten Kurven sind mittelschnell bis schnell. Die Strecke hat einen guten Fluss und ist unglaublich schnell." Bottas ergänzt: "Max ist immer schnell. Es sieht wieder danach aus, dass er für uns als Team der Hauptgegner ist."

Hinter den beiden Mercedes und Verstappen klaffte wie so oft eine Lücke zu den nächsten Verfolgern. Vierter wurde Pierre Gasly (+0,907). AlphaTauri hat als einziges Team kürzlich in Imola getestet (am 24. Juni mit einem zwei Jahre alten Auto) und profitiert zudem von einigen technischen Updates. Auch Daniil Kwjat (+1,240) lieferte mit Platz sieben ein gutes Ergebnis ab.

Von P4 weg waren die Zeitabstände dann wesentlich dichter als zwischen P1 und P4. Zwischen Gasly auf P4 und Sebastian Vettel auf P12 lagen gerade mal 0,534 Sekunden. Vettel lag lange an letzter Position, wechselte aber später als alle anderen auf Soft und übte für das Qualifying.

Mit diesem Run verbesserte er sich dann aber signifikant, und am Ende fehlten ihm nur 0,479 Sekunden auf seinen Teamkollegen Charles Leclerc (5.). Zwischen die beiden Ferraris mischten sich die üblichen Verdächtigen: beide Renaults, beide Racing Points und Alexander Albon. Letzterer verlor auf Verstappen eine Sekunde, klagte über Untersteuern und eine schlechte Balance auf den Kerbs.

Zwei Fahrer kassierten je 1.000 Euro Geldstrafe, weil sie in der Boxengasse zu schnell unterwegs waren (Sergio Perez und Carlos Sainz). Darüber hinaus wurden praktisch im Minutentakt Rundenzeiten wegen Überfahren der Track-Limits (22 in Kurven 9, 38 in Kurve 15) gestrichen - also fast in einem vergleichbaren Ausmaß wie zuletzt am Freitag in Portimao.

F1-Paddock live: Der Qualifying-Samstag in Portimao

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.