F1 Portimao 2020: Verstappen ist dem Mercedes-Duo auf den Fersen

Christian Nimmervoll
·Lesedauer: 3 Min.

Sebastian Vettel spielte beim dritten Freien Training zum Grand Prix von Portugal eine der Hauptrollen. Allerdings nicht in sportlicher Hinsicht, denn der Ferrari-Pilot landete mit 0,456 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen auf dem elften Platz. Dafür sorgte er am Ende der Session in Portimao für einen vorzeitigen Abbruch.

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Zwei Minuten vor dem planmäßigen Ende fuhr Vettel am Ausgang von Kurve 14 über eine Kanalabdeckung, die sich daraufhin löste. FIA-Rennleiter Michael Masi musste aus Sicherheitsgründen vorzeitig abbrechen und konnte die Session nicht wieder freigeben. Von Vettels Ferrari flog in der Situation ein kleines Teil weg.

Die Bestzeit sicherte sich im dritten Training zum dritten Mal Valtteri Bottas. Der Finne fuhr auf der weichsten Reifenmischung 1:16.654 Minuten und verwies seinen Teamkollegen Lewis Hamilton (+0,026) und Max Verstappen (Red Bull/+0,158) auf die Plätze. Verstappen schöpft aber Mut aus der Tatsache, dass er seine Bestzeit auf den härteren Medium-Reifen erzielt hat.

Weil die Strecke nach der roten Flagge nicht mehr freigegeben wurde, konnte der eine oder andere Fahrer keine Qualifying-Simulation mehr durchführen. Die beiden McLaren-Piloten Carlos Sainz (7./+0,584) und Lando Norris (9./+0,824) hatten zum Beispiel gerade einen frischen Satz Soft-Pirellis aufgezogen, als die Boxenausfahrt gesperrt wurde.

Daniel Ricciardo (Renault) wollte ebenfalls noch einmal rausgehen, weil beim Run zuvor sein DRS nicht funktioniert hatte und er den beweglichen Heckflügel nicht einklappen konnte. Er stand gerade an der Boxenausfahrt, als unterbrochen wurde. Am Ende belegte der Australier mit 1,281 Sekunden Rückstand den 14. Platz.

Der entscheidende Faktor bleibt in Portimao, die harten Reifen (Pirelli bietet C1 bis C3 an) auf Temperatur zu bekommen. Teilweise waren dafür in den Trainings zwei Aufwärmrunden notwendig. Hamilton war einmal in Kurve 8 neben der Strecke, und Alexander Albon (5./Red Bull/+0,463) fluchte: "Wir machen das Aufwärmen nicht richtig. Da ist einfach kein Grip."

Damit war er aber in bester Gesellschaft. Auch Charles Leclerc (Ferrari/+0,575) passierte ein Fehler in Kurve 14. Trotzdem setzte er mit Platz sechs den Aufwärtstrend fort. Noch stärker unterwegs war Monza-Sieger Pierre Gasly: Platz vier mit 0,276 Sekunden Rückstand - und seine letzte Runde lieferte zwar keine Verbesserung mehr, aber mehrere "pinke" Minisektoren.

Racing Point tat sich mit dem Warm-up der Reifen besonders schwer. Nach dem ersten Run auf Medium wurde das Auto umgebaut, um die Situation zu verbessern. Weil der letzte Run ins Wasser fiel, blieb Sergio Perez Achter (+0,643). Sein Teamkollege Lance Stroll wurde mit eineinhalb Sekunden Rückstand 16.

Probleme gab's indes beim Williams-Team: Zuerst meldete Nicholas Latifi (19./+1,743), dass ihm links in seiner Sitzschale ziemlich warm wurde. Möglicherweise ein elektrisches Problem nach einem Chassiswechsel über Nacht. Dann kam George Russell (15./+1,378) mit einem Bremsplatten zurück an die Box. "That was a big one", funkte er.

Nicht ausgestanden ist das Theater um die Track-Limits. Obwohl FIA-Rennleiter Michael Masi nach dem Fahrerbriefing am Freitagabend reagiert hat und jetzt die Randsteine statt der weißen Linie zählen, kam es wieder zu gestrichenen Rundenzeiten am Fließband. Beispiel: Allein zwischen 11:46 und 11:58 Uhr wurden acht Zeiten aberkannt ...

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.