Für Flüchtlinge: Staatssekretärin Sawsan Chebli fordert Pflichtbesuche in KZ

Für Flüchtlinge: Staatssekretärin Sawsan Chebli fordert Pflichtbesuche in KZ

Flüchtlinge sollten verpflichtend Konzentrationslager besuchen, fordert Sawsan Chebli. Die Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement sagt zu "Bild am Sonntag": "Ich fände es sinnvoll, wenn jeder, der in diesem Land lebt, verpflichtet würde, mindestens einmal in seinem Leben eine KZ-Gedenkstätte besucht zu haben." Die gläubige Muslima schlägt vor, KZ-Besuche auch für neue Asylbewerber zum Bestandteil von Integrationskursen zu machen.

Chebli, selbst Tochter palästinensischer Flüchtlinge, setzt sich seit Jahren gegen Antisemitismus ein und beobachtet bei der dritten Generation muslimischer Einwanderer eine besorgniserregende Entwicklung. Diese können sich nur schwer mit Deutschland identifizieren. "Das hat nicht nur, aber auch etwas mit Diskriminierungs- und Ablehnungserfahrungen zu tun", ist sich die SPD-Politikerin sicher.

Sawsan Chebli betont aber auch, dass es an beiden Seiten liege den emotionalen Rückzug zu verhindern. Man müsse damit aufhören, "deutsche Identität immer in Abgrenzung zum anderen zu definieren. Wir brauchen eine positive Definition, die alle einschließt". Die Staatssekretärin versucht mit ihrer Kampagne "Farbe bekennen" den Kontakt zwischen Berlinern und Flüchtlingen herzustellen, um Vorurteile und Ängste abzubauen.

Den Aussagen der 39-Jährigen gingen schockierende Bilder aus dem Dezember voraus, als junge Migranten in Berlin Hass gegen Israel streuten und israelische Flaggen verbrannten.