Konrad-Adenauer-Ufer: Stau auf Rheinuferstraße wegen Übungen zum Hochwasserschutz

Die Stadtverwaltung lässt die Einsatzkräfte probeweise Stellwände aufstellen.

Auf gemütliche Stunden am Rheinboulevard müssen die Kölner erst einmal verzichten, zumindest bis zum Freitagabend. Denn am Deutzer Rheinufer findet zwischen Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke eine Übung der Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) statt.

Da die Stellwände aus Aluminium zum Schutz gegen Hochwasser mit Hilfe von großen Geräten wie Baggern und Gabelstaplern aufgestellt werden müssen, ist die Freitreppe bis 20 Uhr großflächig abgesperrt.

Feuertaufe für die Freitreppe

Dass der Fluss derzeit Niedrigwasser hat, spielt für die Beteiligten keine Rolle. Mehrmals im Jahr probt die Steb an verschiedenen Abschnitten des Rheinufers gemeinsam mit weiteren von ihr beauftragten Firmen den Ernstfall. Weil die Bauarbeiten am Rheinboulevard erst im vergangenen Jahr beendet worden sind, konnte dort noch keine Übung durchgeführt werden: „Das ist die Feuertaufe“, sagte Volker Lüdicke, Abteilungsleiter für Hochwasserschutz und Gewässerunterhaltung der Steb, am Donnerstag. Er hat auch das Logistikkonzept für den Fall einer Hochwasserwarnung entwickelt.

Wenn die Meldezentren am Rhein ihre Hochwasserprognosen nach Köln schicken, bleiben der Steb drei bis vier Tage Vorbereitungszeit.

Regelmäßige Übungen sollen die Angst vor dem Ernstfall abbauen

In diesem Zeitraum wird ein Netzwerk aus Logistikunternehmen für den Transport der Schutzwand-Elemente, Bau- und Cateringfirmen in Gang gesetzt – je nach Schwere des angekündigten Hochwassers sind dann zwischen 500 und 1000 Aufbaukräfte im Einsatz. „Bei der Übung geht es darum, die Angst vor dem Ernstfall abzubauen. Wenn man die Dinge nicht wiederholt, vergisst man sie schnell“, sagte Lüdicke. Viele der Partnerfirmen beschäftigten sich die meiste Zeit mit allem möglichen – außer mit Hochwasserschutz; deshalb seien die regelmäßigen Übungen notwendig.

„Die verschiedenen Unternehmen arbeiten Hand in Hand. Das Jahr über sind sie Konkurrenten, aber wenn es darum geht, Köln zu schützen, stehen alle zusammen und bilden eine Einheit“, lobte Lüdicke die Arbeit der Partner. Die Übung habe bisher reibungslos funktioniert. Das sei nicht immer so gewesen; erst in den zurückliegenden Jahren habe sich die Zusammenarbeit derart positiv entwickelt.

Samstag übt der Steb im Rheinauhafen

Eine weitere Entwicklung hat Lüdicke bei der Bevölkerung beobachtet: Die Akzeptanz sei gewachsen. In der Vergangenheit seien die Absperrungen häufig nicht beachtet und Umzäunungen umgangen worden.

Die Aktion am Rheinboulevard ist eine von insgesamt drei Übungen der Steb an diesem Wochenende. Von Freitag, 4 Uhr, bis Samstag, 19 Uhr, findet eine weitere schräg gegenüber statt, am Konrad-Adenauer-Ufer zwischen Hohenzollernbrücke und Kunibertskloster.

Am Samstag üben die Aufbaukräfte von 6 Uhr bis 21 Uhr im südlichen Bereich des Rheinauhafens. Die Aufbaubereiche sind teilweise gesperrt, Umleitungen für Fußgänger und Radfahrer ausgeschildert. Am Morgen kommt es vor allem auf der Rheinuferstraße Richtung Norden zu langen Staus....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta