Aus für Allianz in Indien?

Fabian Strebin
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Allianz: Jetzt kommen die Übernahmen

Aktionäre der Allianz kommen im Jahr 2017 voll auf ihre Kosten: Die Notierung legte seit Januar rund 29 Prozent zu und schlug damit den Leitindex DAX. Auch in den vergangenen Wochen kannte der Kurs keinen Halt auf dem Weg nach oben. Jetzt berichtet allerdings die Wirtschafts-Woche, der Versicherungs-Konzern stehe kurz vor dem Aus im indischen Markt.

Bereits im Jahr 2001 gründete die Allianz mit dem lokalen Partner Bajaj ein Gemeinschaftsunternehmen in Indien. Im vergangenen Jahr lag das Prämienvolumen mit 800 Millionen Euro mehr als elf Prozent höher als im Jahr 2015. Der Marktanteil beträgt sieben Prozent.

Aktuell hält die Allianz 26 Prozent an der Firma. Geplant war eigentlich, den Anteil auf 49 Prozent zu erhöhen. Nun gibt es aber Streit über den Preis für das Paket. Während die Deutschen auf den im Jahr 2001 festgelegten Preis für eine gegenseitige Kaufoption pochen, verlangt Bajaj den erheblich höheren Marktpreis. Ein Insider von Bajaj sagt: „ Das Gemeinschaftsunternehmen wird aufgelöst. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber es wird passieren.“

Trotzdem ein Kauf

Indien gilt als einer der Zukunftsmärkte für Versicherungsfirmen weltweit. Sollte die Allianz tatsächlich den Marktzugang verlieren, wäre das langfristig ein Problem. Allerdings ist noch nichts in trockenen Tüchern. Zudem ist die Allianz mit einer Solvency-II-Quote von 218 Prozent sehr gut kapitalisiert und hat genügend Mittel, um einen indischen Wettbewerber zu kaufen.

Denkbar ist auch ein neues Aktienrückkaufprogramm, das mit den Zahlen zum dritten Quartal am 10 November verkündet werden könnte. Mit einem KGV von 11 für das kommende Jahr gehört die Aktie zu den günstigsten Papieren in der Versicherungsbranche. Die Dividendenrendite beträgt trotz der jüngsten Rallye noch immer 3,9 Prozent.

Zwischenzeitlich stand die Aktie mit einem Kurs von 194,20 Euro heute so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Der Weg bis 200,00 Euro ist aus charttechnischer Sicht frei und sollte bis Weihnachten zurückgelegt werden. Der nächste hartnäckige Widerstand kommt erst bei 211,95 Euro in Sicht. Der Aufwärtstrend ist durch mehrere Unterstützungen beispielsweise um 183,93 und 174,20 Euro gut abgesichert. Wer noch nicht investiert ist, sollte zugreifen. Das Kursziel liegt bei 240,00 Euro. Ein Stopp wird bei 160,00 Euro platziert