Fünf Themen des Tages: Trippeln zum Klimaschutz, Fischereikrieg

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(Bloomberg) -- G20 trippeln Richtung Klimaschutz, USA und EU legen Stahlstreit bei, europäische Aktien auf Rekordhoch, Fischereikrieg geht in nächste Runde, und China sperrt Disneyland-Besucher ein. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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G20 trippeln Richtung Klimaschutz

Die Staats- und Regierungschefs der G20 haben sich auf ein Klimaabkommen geeinigt, das weit hinter den Forderungen einiger Länder zurückbleibt. Damit ist es an den Unterhändlern auf dem COP26-Gipfel diese Woche in Glasgow, weitergehende Maßnahmen zu beschließen. Die Finanzierung neuer Offshore-Kohlekraftwerke soll bis Ende 2021 auslaufen, ein klares Zieldatum für CO2-Neutralität gab es jedoch nicht. “Das ist nicht annähernd genug”, sagte Mohammed Nasheed, ehemaliger Präsident der Malediven, der in Glasgow als Botschafter der klimatisch gefährdeten Länder fungiert, zum G20-Ergebnis. Der steigenden Bedeutung von Gas beim Kohleausstieg werde nicht genügend Rechnung getragen und die derzeitige Energiekrise werde daher die erste von vielen sein, heißt es derweil aus der Industrie.

USA und EU legen Stahlstreit bei

Die USA und die EU haben sich am Wochenende auf ein Handelsabkommen geeinigt, das Zölle aufhebt und das in eine umfassendere globale Vereinbarung eingebracht werden soll, die Exporteure von schmutzigem Stahl und Aluminium bestraft. US-Präsident Joe Biden sah gar “eine neue Ära der transatlantischen Zusammenarbeit” heraufziehen. Die USA werden Zölle auf EU-Stahl- und Aluminiumexporte bis zu einem bestimmten Schwellenwert aufheben und die EU wird im Gegenzug ihrerseits Strafzölle abbauen. Während der Laufzeit des Abkommens von zwei Jahren werden beide Seiten auf ein globales Abkommen zur Abschaffung von Zöllen hinarbeiten. Damit soll auch angeblichem Stahl- und Aluminium-Dumping unter Mißachtung von Umweltstandards begegnet werden. ThyssenKrupp sprangen am Montag um bis zu 4,7% auf Xetra.

Europäische Aktien auf Rekordhoch

Europäische Aktien kletterten auf ein Rekordhoch und starteten auch mit Gewinnen in den November, nachdem sie im Oktober den größten monatlichen Zuwachs seit März verbucht hatten. Der Stoxx Europe 600 lag gegen Mittag um 0,6% im Plus, wobei Banken und Automobilhersteller die Liste der Gewinner anführten. “Ich denke, dass positive Gewinnüberraschungen einen großen Teil der Geschichte ausmachen”, so Joachim Klement von Liberum Capital. Unternehmen, deren Gewinne die Erwartungen übertreffen, “sollten die europäischen Märkte in dieser Woche und im Laufe des Monats unterstützen”, sagte er. In Deutschland gewannen Hapag-Lloyd nach Vorlage von Zahlen am späten Freitag.

Fischereikrieg geht in nächste Runde

Großbritannien will innerhalb von 48 Stunden rechtliche Schritte gegen Frankreich einleiten, wenn der Streit über Fischereirechte nicht beigelegt wird. Paris hat London vorgeworfen, französischen Trawlern zu Unrecht den Zugang zu britischen Gewässern zu verweigern und wird am Dienstag zusätzliche Kontrollen für Waren aus Großbritannien einführen. Außerdem sollen britische Fischerboote ihre Fänge nicht mehr in Frankreich entladen dürfen. Bei einem Treffen zwischen Premierminister Boris Johnson und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Sonntag in Rom konnte der Streit nicht beigelegt werden und droht nun, den Klimagipfel in Glasgow zu überschatten. Vor den Präsidentschaftswahlen im April geht der Franzose kaum einem Streit aus dem Weg. Gegenüber Journalisten warf er dem australischen Premier Scott Morrison in Bezug auf den U-Boot-Deal mit den USA und Großbritannien vor, ihn belogen zu haben.

China sperrt Disneyland-Besucher ein

Während Tausende von Besuchern von Shanghai Disneyland am Sonntag in der Schlange vor den Achterbahnen standen und das Feuerwerk verfolgten, riegelten Mitarbeiter den Vergnügungspark still und leise ab. Menschen in Schutzanzügen strömten durch die Tore und bereiteten sich darauf vor, alle Besucher auf Covid-19 zu testen, bevor sie den Park verlassen konnten. Nahezu 34.000 Menschen wurden Tests unterzogen, die kurz vor Mitternacht endeten, lange nachdem die Show im Park normalerweise beendet wird. Die Besucher wurden in 220 Spezialbussen nach Hause gebracht und waren am Montag alle negativ. Sie müssen sich aber noch zwei Tage lang zu Hause isolieren und in zwei Wochen erneut auf das Coronavirus testen lassen. Die Reaktion ist sinnbildlich für Chinas zunehmend rigoroses Vorgehen, den Erreger um jeden Preis einzudämmen. Weltweit hat die Zahl der gemeldeten Covid-19-Todesfälle nun die 5-Millionen-Grenze überschritten. Rund 7 Milliarden Impfungen wurden weltweit verabreicht. In Deutschland will Gesundheitsminister Jens Spahn die Impfzentren wieder startklar machen.

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