Fünf Themen des Tages: Telekom mag USA, Soros gegen BlackRock

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(Bloomberg) -- Telekom setzt auf USA, Soros kritisiert BlackRock, europäische Aktien leichter, Goldman senkt US-Ausblick, und britische Hauspreise ziehen an. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Telekom setzt auf USA

Die Deutsche Telekom hat zwei Großdeals bekanntgegeben, die ihr mehr Kontrolle über ihr US-Geschäft geben werden. Ihre niederländische Tochter wird für 5,1 Milliarden Euro an Warburg Pincus und Apax Partners verkauft, der Nettozufluss nach Schulden soll 3,8 Milliarden Euro betragen. Der japanische Technologieinvestor Softbank verkauft der Telekom 45 Millionen Aktien an T-Mobile US, was einem 3,6%-Anteil entspricht und CEO Timotheus Höttges näher an die angestrebte Mehrheitsbeteiligung bringt. Dafür erhält Softbank 225 Millionen Telekom-Aktien, was einem Anteil von 4,5% entspricht. Nach dem Bund und der KfW wird Softbank dadurch der drittgrößte Aktionär. Mit den Verkaufserlösen aus den Niederlanden will die Telekom Softbank weitere 20 Millionen T-Mobile-US-Aktien abkaufen. Telekom-Aktien stiegen bis zu 3%.

Soros kritisiert BlackRock

Der Milliardär George Soros hat die Aktivitäten von BlackRock in China als Risiko für die Kundengelder des Vermögensverwalters und die Sicherheitsinteressen der USA kritisiert. “Es ist ein tragischer Fehler, jetzt Milliarden in China zu investieren”, schrieb Soros in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal. BlackRock begann im vergangenen Monat mit dem Angebot von Anlageprodukten für chinesische Privatkunden und ist die Speerspitze im weltweiten Rennen um das Geschäft mit Chinas Reichen. In einem anderen Meinungsbeitrag im Journal hatte Soros den chinesischen Präsidenten als den “gefährlichsten Feind offener Gesellschaften in der Welt” angegriffen. Egal ob Soros oder BlackRock Recht behalten - kluge Investoren gehen nicht mit ihren Anlageideen hausieren, schreibt Ven Ram im Markets Live Blog.

Europäische Aktien leichter

Die europäischen Aktien tendierten am Dienstag leichter, der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag rund 0,3% im Minus, angeführt von Versorgungs-, Medien- und Chemieaktien. Der Telekommunikations-Subindex schnitt dank der Kursentwicklung bei der Deutschen Telekom besser ab. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, bei der die Rücknahme der Stimulierungsmaßnahmen diskutiert werden soll, wirft ihre Schatten voraus. Strategen von Morgan Stanley gehen davon aus, dass europäische Aktien aufgrund der Wirtschaftserholung in der Region, steigender Unternehmensgewinne sowie unterstützender EZB-Politik weiterhin überdurchschnittlich abschneiden werden. Bank of America hingegen ist der Ansicht, dass die “Goldlöckchen-Kombination” aus beschleunigtem Wachstum und niedrigeren Realrenditen zu Ende geht. In Deutschland stiegen Salzgitter nach Anhebung der Gewinnprognose.

Goldman senkt US-Ausblick

Die Goldman-Sachs-Ökonomen haben ihre Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft in diesem Jahr nach unten korrigiert und weisen darauf hin, dass die US-Verbraucher einen “härteren Weg” vor sich hätten als bisher angenommen. Die Wirtschaft werde heuer um 5,7% wachsen, hieß es in einer Note. Noch Ende August betrug die Erwartung 6%. Angesichts des Aufkommens der Delta-Variante, schwindender fiskalischer Unterstützung und einer Verlagerung der Nachfrage von Waren auf Dienstleistungen würden die amerikanischen Verbraucher wahrscheinlich weniger ausgeben, so Goldman. Unterdessen brummt Chinas Außenwirtschaft. Eine unerwartet kräftige Beschleunigung des Exportwachstum im August lies die Ausfuhren auf einen Rekordwert von 294,3 Milliarden Dollar ansteigen.

Britische Hauspreise ziehen an

Die Hauspreise in Großbritannien haben im August laut Halifax-Daten zugelegt, trotz der Rückführung von Steuererleichterungen beim Kauf von Immobilien. Der durchschnittliche Wert eines Hauses stieg um 0,7%, nach einem Anstieg von 0,4% im Juli, so der Hypothekarkreditgeber. Laut Halifax stützen andere Faktoren den Markt, darunter niedrige Kreditkosten, Angebotsknappheit, Ersparnisse, die während der Lockdowns angehäuft wurden und die Tatsache, dass die Pandemie größere Häuser abseits der Großstädte attraktiver macht. “Diese Trends dürften anhalten und es ist unwahrscheinlich, dass die seit Beginn der Pandemie erzielten Preissteigerungen rückgängig gemacht werden”, so Russell Galley, Managing Director bei Halifax. Bei Nationwide wird der Preisanstieg im August gegenüber dem Vorjahr auf 11% taxiert und der Markt in naher Zukunft dank Angebotsknappheit als gut unterstützt eingeschätzt. Die Bank of England betrachtet das aufmerksam, heißt es bei BI.

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