Fünf Themen des Tages: Tech-Sturz, Impfpflicht 50+, Kasachstan

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Tech-Sektor stürzt ab nach Fed, Europa laut Goldman ein guter Hafen, europäische Aktien von Tiefs erholt, Italien verhängt Impfpflicht für 50+, und Gewalt in Kasachstan. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Most Read from Bloomberg

Tech-Sektor stürzt ab nach Fed

Der Absturz der Technologiewerte, aktuell verstärkt durch eine überraschend aggressive Haltung der Fed, ist durch eine der intensivsten Verkaufswellen professioneller Spekulanten seit der Finanzkrise angeheizt worden. Hedge-Fonds, die bereits im Dezember wachstumsstarke und hoch bewertete Aktien abgestoßen hatten, trennten sich laut Goldman-Daten zu Beginn des neuen Jahres in rasantem Tempo weiter von Software- und Chip-Herstellern. Nach der gestrigen Veröffentlichung des letzten Fed-Protokolls, welches auf frühere und schnellere Zinserhöhungen hindeutet, kamen neben Tech-Werten auch europäische Staatsanleihen unter die Räder. Die Bund-Rendite stieg zur Eröffnung auf den höchsten Stand seit Mai 2019, die der italienischen Pendants auf den höchsten Stand seit Juni 2020. Bloomberg Economics erwartet ein noch schärferes Vorgehen der Fed als der Markt.

Europa laut Goldman ein guter Hafen

Europäische Aktien sind nach Ansicht der Goldman-Sachs-Strategen ein guter Ort, um sich vor einer durch höhere Zinsen ausgelösten globalen Aktienkrise zu schützen. “Steigende Zinssätze sollten europäische Aktien begünstigen”, so die Strategen um Sharon Bell. Neben Unterschieden in der Zinssensitivität zeichne sich Europa auch dadurch aus, dass “die Bewertungen für einen Großteil des Marktes im Vergleich zu den Multiplikatoren der Vergangenheit nicht besonders überzogen aussehen”. Während europäische Aktien seit der Finanzkrise durchweg schlechter abgeschnitten hätten als ihre US-Pendants, kippe die Waage jetzt leicht zugunsten Europas, so Goldman. Banken, Energieaktien und das “billige” Gesundheitswesen stehen auf dem Kaufzettel. Auch Citigroup sieht Gelegenheiten in Europa, etwa bei Banken.

Europäische Aktien von Tiefs erholt

Die europäischen Aktien sind am Donnerstag nach drei aufeinanderfolgenden Rekordhochs aufgrund von Besorgnis über aggressive Zinserhöhungen gefallen. Der Stoxx Europe 600 konnte sich im Tagesverlauf erholen und lag nach einem Rückgang von bis zu 1,6% gegen Mittag noch 1% im Minus. “Die Bilanzreduzierung durch die Fed sollte europäischen Aktien helfen, sich im Vergleich zu US-Aktien gut zu entwickeln, da sie stärker in zyklischen Sektoren, insbesondere Finanzwerten, exponiert sind”, sagte Mathieu Racheter von Julius Bär. Eine steiler werdende Renditekurve sollte laut Martin Schulz von Federated Hermes Banken, Grundstoffen, Grundnahrungsmitteln sowie ausgewählten Gesundheits- und Industriewerten Unterstützung geben. In Deutschland fielen FlatexDegiro nach einem verhaltenen Ausblick.

Italien verhängt Impfpflicht für 50+

Italien setzt sich bei der Verschärfung von Corona-Maßnahmen an die Spitze der Entwicklung in Europa und verlangt die Impfung von Menschen über 50. “Wir wollen das Wachstum der Ansteckungskurve verlangsamen und die Italiener, die noch nicht geimpft sind, dazu bringen, dies zu tun”, so Ministerpräsident Mario Draghi. Damit soll der Druck auf die Krankenhäuser verringert werden. Ein grüner Ausweis - Nachweis einer Impfung, einer Genesung oder eines negativen Tests - wird künftig für den Zugang zu Banken, öffentlichen Ämtern und Geschäften erforderlich sein. In Australien sitzt unterdessen Novak Djokovic im Hotel und wartet, ob seine Anwälte die Abschiebung des Tennisprofis noch abwenden können. Eine offizielle Impfausnahme war ihm zuvor wieder aberkannt worden.

Gewalt in Kasachstan

Russland und seine Verbündeten haben Truppen entsandt, um Proteste in Kasachstan niederzuschlagen, nachdem Wut über die Erhöhung der Treibstoffpreise sich zur größten Bedrohung für die Führung des Landes seit Jahrzehnten ausgewachsen hat. Dutzende von Regierungsgegnern wurden von Sicherheitskräften getötet, mindestens 12 Polizisten starben. Präsident Kassym-Jomart Tokajew verhängte den landesweiten Ausnahmezustand, der Internetzugang wurde in weiten Teilen des Landes unterbrochen und die Banken bleiben heute den ganzen Tag über geschlossen. Nach Belarus sieht sich der Kreml zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre gezwungen, einen unter Druck geratenen Verbündeten zu stützen. Die Vorgänge dort lösten Sanktionen aus. Nachbar China sieht die Sache als eine innere Angelegenheit Kasachstans.

Most Read from Bloomberg Businessweek

©2022 Bloomberg L.P.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.