Fünf Themen des Tages: Schwellenländer gesucht, $50.000-Bitcoin

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(Bloomberg) -- Goldman setzt auf Schwellenländer, Dienstleister als Wachstumslokomotive, europäische Aktien erholt, Bitcoin wieder über 50.000 Dollar, und Zentralbank-Unabhängigkeit gefährdet. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Goldman setzt auf Schwellenländer

Am Ende von mehr als einem Jahrzehnt der Underperformance, während dem Aktien aus Schwellenländern sich einem 20-Jahres-Tief im Verhältnis zu Aktien aus den Industrieländern angenähert haben, werden wieder bullische Wetten platziert. Dank einer Erholung von Rohstoffpreisen und Gewinnwachstum erwarten Goldman Sachs, Bank of America und Lazard Asset Management einen Aufschwung für die Titel - trotz Chinas regulatorischem Vorgehen. Günstige Bewertungen sollten Anleger anziehen, sobald die Impfkampagnen Fahrt aufnehmen und die Weltwirtschaft sich von der Pandemie erholt. Südafrika, Russland und Brasilien gehören zu möglichen Profiteuren. BofA sieht in aktuellen Kapitalflüssen bereits Anzeichen dafür, dass die Trendwende schon begonnen hat.

Dienstleister als Wachstumslokomotive

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr liegt das Wachstum bei Dienstleistungen im Euroraum über dem des verarbeitenden Gewerbes. Dies unterstreicht die Schwierigkeiten, mit denen sich die Industrie angesichts von Lieferengpässen weiter konfrontiert sieht. Umfragen von IHS Markit unter Einkaufsmanagern haben gezeigt, dass die Hersteller im August Mühe hatten, mit der Nachfrage Schritt zu halten, so dass sich ihr Wachstumstempo abschwächte. Die Dynamik im Dienstleistungssektor blieb in der Nähe eines 15-Jahres-Hochs, gestützt durch eine Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen. Besonders gravierend sind die Lieferengpässe in Deutschland, wo der PMI für das Verarbeitende Gewerbe auf den niedrigsten Wert seit Februar fiel.

Europäische Aktien erholt

Die europäischen Aktien erholten sich am Montag von ihren Verlusten der vergangenen Woche. Insbesondere zyklische Unternehmen standen auf der Kaufliste, der Stoxx 600 Index lag gegen Mittag um fast 0,4% im Plus, angeführt von Einzelhändlern, Reisewerten und Automobilen. “Niemand sagt, dass er auf diesem Niveau mehr Geld in Anleihen investieren will”, sagte Ian Williams von Peel Hunt. “Man kommt also an einen Punkt, an dem selbst ein kleiner Rückschlag an den Aktienmärkten, wie wir ihn letzte Woche gesehen haben, von den Leuten als Gelegenheit gesehen wird nachzukaufen”. In Deutschland gehörten Vonovia zu den Verlierern, nachdem der Immobilienkonzern seinen letzten Versuch zur Übernahme der Deutsche Wohnen angekündigt hatte.

Bitcoin wieder über 50.000 Dollar

Bitcoin hat erstmals seit Mitte Mai die Marke von 50.000 Dollar überwunden. Nach einem Rekordhoch von fast 65.000 Dollar im April war die größte Kryptowährung angesichts der Umweltauswirkungen der Herstellung und Ängsten über die zukünftige Regulierung unter die Räder gekommen. “Wir sehen hier einige sehr optimistisch stimmende Zeichen“, sagte Vijay Ayyar, Leiter Asien-Pazifik bei der Kryptobörse Luno in Singapur. Bitcoin könnte „erneut Allzeithochs testen“. Heute wurde Bitcoin zeitweise für knapp 50.440 Dollar gehandelt, auch Krypto-Aktien legten zu. PayPal hat angekündigt, nach den USA nun auch in Großbritannien den Kauf und Verkauf von Digitalwährungen zu ermöglichen. Die jüngste Kurserholung am Kryptomarkt hat Ppreisprognosen für Bitcoin von 100.000 Dollar und mehr wieder aufleben lassen.

Zentralbank-Unabhängigkeit gefährdet

Bei der virtuellen Jackson-Hole-Konferenz in dieser Woche wird es nicht nur um quantitative Lockerung, den Arbeitsmarkt und andere geldpolitische Fragen gehen, schreiben Mervyn King und Dan Katz in einem Meinungsbeitrag. Vielmehr rechnen der Ex-Zentralbankchef und der ehemalige Berater der US Treasury auch mit Gesprächen über Klimawandel, ethnische Fragen und Ungleichheit - Themen, die einst Domänen gewählter Politiker waren. Zwar handele es sich um ernste Herausforderungen, was aber “nicht das einzige, ja nicht einmal das wichtigste Kriterium für ein Engagement der Zentralbank” sein könne. “Einige der gesellschaftlichen Probleme rechtfertigen eine geldpolitische Reaktion. Die meisten jedoch nicht”, so King und Katz lapidar. Mit ihrer Öffnung gegenüber Politik und Gesellschaft hätten die Zentralbanken sich nur weiterem Druck ausgesetzt. “Zugeständnisse werden zu weiteren Forderungen führen, und die Zentralbanken werden dazu gedrängt, über die Verwaltung der Geldmenge und die Überwachung des Finanzsystems hinauszugehen”, so die Autoren. Ihre Unabhängigkeit stehe auf dem Spiel.

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©2021 Bloomberg L.P.

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