Fünf Themen des Tages: Rekord-Gaspreise, Beistand für Källenius

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(Bloomberg) -- Gaspreise auf Rekord, Källenius sieht Rückendeckung, europäische Aktien fallen, Zoom bleibt Junggeselle, und Biden gönnt sich neuen “Situation Room”. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Gaspreise auf Rekord

Die europäischen Gaspreise sind am Freitag auf einen Rekordwert gestiegen, nachdem China die Weichen für einen weltweiten Kampf um die Versorgung gestellt hat. Die Benchmark-Terminkontrakte legten um 2,3% zu und fielen dann in volatilem Handel um 3,1%. China hat laut informierten Kreisen seine staatlichen Energieunternehmen angewiesen, die Versorgung für diesen Winter um jeden Preis zu sichern. Russische Lieferungen in die deutsche Verdichterstation Mallnow in Brandenburg brachen ein. Peking hat unterdessen die staatlichen Bergbauunternehmen angewiesen, Kohle für den Rest des Jahres mit voller Kapazität zu fördern, auch wenn die jährlichen Quotengrenzen überschritten werden. Die Wetterfrösche erwarten für Westeuropa erst eher warmes, dann kaltes und dann wieder warmes Wetter.

Källenius sieht Rückendeckung

Mit der heutigen Abstimmung der Daimler-Aktionäre über die Abspaltung der Lkw-Sparte vom Luxusauto-Geschäft von Mercedes-Benz steht der Stuttgarter Hersteller an einem Wendepunkt. Die Ausgliederung ist der wichtigste strategische Schritt des Unternehmens seit dem Verkauf von Chrysler 2007 und ein Schlüsselelement des Vorstoßes von CEO Ola Källenius, den Konzern agiler zu machen. Daimler habe eine “sehr positive Reaktion” der Großaktionäre erhalten, sagte Källenius gegenüber Bloomberg TV zu den Plänen. “Sie verstehen die Logik des Schritts”. Unterdessen hat der Konkurrent BMW am Donnerstagabend seine Prognose für die Ebit-Marge für das Gesamtjahr angehoben. Laut Analysten war dies aber im Rahmen der Erwartungen.

Europäische Aktien fallen

Die europäischen Börsen steuern auf ihre schlechteste Woche seit Januar zu, da Sorgen über eine Energieknappheit und überzogene Bewertungen die Stimmung belasten. Der Stoxx 600 Europe Index lag gegen Mittag rund 0,7% im Minus. Zu den größten Verlierern gehörten die Automobil- und Bankwerte, der Versorgungssektor lag im Plus. “Angesichts steigender Inputkosten werden nur jene mit differenzierten Geschäftsmodellen und einer starken Preissetzungsmacht in der Lage sein, diese Kosten an die Verbraucher weiterzugeben und ihre Rentabilität zu erhalten oder zu steigern”, so Niall Gallagher von GAM Investments. “Dazu gehören eine Reihe von Unternehmen, die von Investitions- und Infrastrukturausgaben betroffen sind, sowie Unternehmen, die direkt von steigenden Öl- und Gaspreisen profitieren”. In Deutschland fielen Sartorius nach einer Herabstufung bei SocGen. BMW profitierten von der Prognoseanhebung. Leoni stiegen nach der Meldung eines Spartenverkaufs.

Zoom bleibt Junggeselle

Zoom Video Communications Inc. und Five9 Inc. haben ihre umgerechnet rund 13 Milliarden Euro schwere Fusionsvereinbarung aufgegeben, nachdem ein steiler Absturz der Zoom-Aktien den Wert des Geschäfts um fast ein Drittel reduziert hatte. Die Five9-Aktionäre hatten daraufhin das Angebot abgelehnt. Zoom wollte Five9, einen Anbieter von Callcenter-Software, kaufen, um seine Videokonferenz-App angesichts der zunehmenden Konkurrenz zu stärken. Seit der Offerte ist die Zoom-Aktie um 28% gefallen. In einer Analyse mit dem Titel “Vor dem Altar versetzt, aber das Junggesellenleben ist gar nicht so schlecht” schreibt Morgan Stanley, dass es mehr als genug Möglichkeiten für Zoom gebe, in den kommenden Jahren den freien Cashflow deutlich zu steigern. BI-Analysten meinen, der Junggeselle müsse etwas beherzter vorgehen.

Biden gönnt sich neuen ‘Situation Room’

Es ist der Hochsicherheitstrakt im Weißen Haus, in dem US-Präsidenten die Tötung von Terroristen per Video mitverfolgen konnten. Hier erfuhr Präsident Joe Biden im August auch, dass ein Selbstmordattentäter 13 amerikanische Soldaten in Kabul getötet hatte. Allerdings wurden einige Geräte im Situation Room seit 15 Jahren nicht mehr ausgetauscht und sind technologisch veraltet. Die letzte Überholung fand 2006 statt, nun sollen “die Sicherheit und die Technologie” aufgerüstet werden. Der im Mai 1961 nach der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht eingerichtete Situation Room war Schauplatz spannender und historischer Momente. Präsident Donald Trump verfolgte dort die Kommandoaktion, bei der Abu Bakr al-Baghdadi, der Anführer des Islamischen Staates, in Syrien getötet wurde. Das berühmteste Foto aus dem Raum wurde am 1. Mai 2011 aufgenommen und zeigt Präsident Barack Obama und sein Nationales Sicherheitsteam, die Live die Tötung von Osama bin Laden, des Drahtziehers der Anschläge vom 11. September, mitverfolgen.

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