Fünf Themen des Tages: Red Bull, China-Böller, Zins-Alchemie

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(Bloomberg) -- Ampel-Koalitionsvertrag steht, Dimon zündet China-Böller, europäische Aktien geben Gewinne ab, Red Bull verleiht Mateschitz Flügel, und Erdogans Zins-Alchemie geht nach hinten los. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Ampel-Koalitionsvertrag steht

Olaf Scholz ist auf dem Weg ins Kanzleramt. Die Vorsitzenden von SPD, Grünen und FDP sowie der Kanzlerkandidat persönlich werden um 15 Uhr nach der abschließenden Sitzung der Hauptverhandlungsrunde den in den letzten Wochen ausverhandelten Koalitionsvertrag vorstellen. Details sind nur wenige durchgesickert, aber erwachsene Cannabis-Konsumenten dürfen sich wohl darauf freuen, den Stoff künftig in lizenzierten Geschäften legal erwerben zu können, statt zum Dealer im Park gehen zu müssen. Gestern hatte Reuters gemeldet, dass ein Kohle-Ausstieg bis 2030 vereinbart worden sei. Auch sollen Erdgasheizungen in Neubauten in den nächsten Jahren nicht mehr eingesetzt und bis Mitte der 2030er Jahre ausgetauscht werden. Die geschäftsführende Bundeskanzlerin bekam schon einmal einen Blumenstrauß.

Dimon zündet China-Böller

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, nimmt Wetten an, dass seine Bank länger überlebt als die Kommunistische Partei Chinas. In einer Reihe von Kommentaren, in denen es auch um Taiwan ging, bekräftigte er gleichzeitig das wirtschaftliche Bekenntnis seiner Bank zum größten Rivalen der USA. JPMorgan ist seit 1921 in China tätig, demselben Jahr, in dem die Kommunistische Partei dort gegründet wurde. Dimon sagte bei einer Veranstaltung in Boston, dass er solche Witze nicht in China reißen könnte, aber wahrscheinlich würde man in China auch seine Kommentare in den USA mitverfolgen. Die Spannungen um Taiwan seien nur “Säbelrasseln”, er kenne niemanden, der “glaubt, dass in Taiwan etwas schief gehen wird”. Bei Dimons Witzeleien steht viel auf dem Spiel - ein Gesamtengagement der Bank in China von rund 20 Milliarden Dollar.

Europäische Aktien geben Gewinne ab

Die europäischen Aktien starteten mit Gewinnen in den Handel, konnten diese bis zum Mittag allerdings nicht halten. Der Stoxx 600-Index lag zuletzt knapp im Minus. Der Technologiesektor schnitt im Zuge fallender Staatsanleihe-Renditen überdurchschnittlich ab. “Da sich vor dem Winter eine gewisse Beunruhigung über die Covid-Fälle aufbaut, gibt es natürlich Besorgnis darüber, wie weit die Bewertungen der wenigen Aktien, die den Markt angetrieben haben, noch steigen können”, sagte Guy Foster von Brewin Dolphin. “Ich denke, dass eine Konsolidierung auf dem Weg in den Dezember gesund ist”. In Deutschland fielen Nemetschek nach einem als schwach empfundenen Ausblick des US-Rivalen Autodesk. Drägerwerk brachen nach einem aktualisierten Ausblick für 2022 ein.

Red Bull verleiht Mateschitz Flügel

Dietrich Mateschitz, der reichste Österreicher, hat für seinen 49%-Anteil am Limohersteller Red Bull eine Rekordauszahlung von 680,5 Millionen Euro eingestrichen. Das von ihm gegründete Energydrink-Imperium hat der Pandemie getrotzt und ist weiter gewachsen. Red Bull erzielte 2020 einen Nettoumsatz von 6,3 Milliarden Euro, 4% mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,18 Milliarden Euro übrig, ein Anstieg von satten 29% gegenüber 2019. Mateschitz muss aufpassen, dass er keine neuen Trends verpasst: US-Rivale Monster prüft eine Kombination mit dem Corona (das Bier)-Brauer Constellation Brands, wie Bloomberg am Sonntag berichtete. Ein so fusioniertes 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen dürfte sich auf das Wachstum bei neueren Produkten wie etwa Cannabisgetränken konzentrieren.

Erdogans Zins-Alchemie geht nach hinten los

Der Verfall der türkischen Lira droht Recep Tayyip Erdogans Einfluss auf die Wirtschaft zu schwächen und stärkt seine politischen Gegner. In der Nacht kam es in Istanbul und Ankara zu kleineren Protesten, bei denen ein Ende der Misswirtschaft gefordert wurde, die eine rasante Inflation losgetreten hat. Erdogan will mit seinem Druck in Richtung Zinssenkungen das Wachstum ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen und seine schwächelnde Popularität vor den Parlamentswahlen im Jahr 2023 wiederbeleben, aber die daraus resultierenden Preisschocks haben den gegenteiligen Effekt. Die Inflation, die bereits bei 20% liegt, könnte weiter ansteigen und viele Türken ärmer und wütender machen. Die Lira verzeichnete am Dienstag den zweitstärksten Kurssturz seit 20 Jahren, bevor es heute zum ersten Mal seit 12 Sitzungen aufwärts ging.

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