Fünf Themen des Tages: Milliardenteurer Tweet, Cum-Ex-Kulissen

Alexander Kell
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Bitcoin heute mit Rabatt, Vermögensvolatilität à la Elon Musk, Rohstoff-Haussen-Warnsignal, Ausverkauf von Tech-Aktien, Cum-Ex-Büroalltag. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Bitcoin-Korrektur

Auf die jüngste Bitcoin-Rallye folgt heute die Korrektur. Bis zu 18% rutscht die Digitalwährung ab, ihr Wert fiel unter 50.000 Dollar. Warnsignale hatte bereits seit Monatsmitte der Index zur Relativen Stärke gesandt, der zum Teil erheblich über 70 lag, was auf einen überkauften Markt hindeutet. Mit dem heutigen Rücksetzer steuert die bekannteste Digitalwährung auf die heftigste Tageskorrektur seit März 2020 zu. Grund dafür seien auch zu stark gehebelten Long-Positionen, sagt Annabelle Huang vom Finanzdienstleister Amber Group, der auf Kryptowährungen spezialisiert ist.

Teurer Tweet: Musk verliert $15 Milliarden

Elon Musk hat fürs Erste seine Position als reichster Mensch der Welt verspielt - wegen Bitcoin. Erst verkündete der exzentrische Multi-Milliardär, für seine E-Auto-Schmiede Tesla Bitcoin für 1,5 Milliarden Dollar angeschafft zu haben. Zwei Wochen später warnte er per Twitter vor hoch anmutenden Bewertungen am Kryptomarkt. Dies ließ Tesla-Anleger das Weite suchen. Die Aktie sackte am Montag knapp 9% ab, was ein 15-Milliarden-Dollar-Loch in Musks Vermögen hinterließ. Mit 183,4 Milliarden Dollar ist es nun nur noch der zweit-vermögendste Mann der Welt, hinter Amazons Jeff Bezos der nun reicher ist.

Rohstoff-Hausse = Inflationssorge?

Mit der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur vom Corona-Schock haben die Rohstoffpreise das höchste Niveau seit acht Jahren erreicht. Die auch von Hedgefonds angetriebene Hausse könnte nach Ansicht von JPMorgan der Beginn eines neuen Superzyklus sein. “Ziemlich lange haben die Leute Rohstoffe ignoriert, jetzt bauen sie Positionen auf”, berichtet Bart Melek von TD Securities. “Der Trend könnte noch eine Weile weitergehen, Dreh- und Angelpunkt ist die erwartete Knappheit.” Der Blick auf den RSI zeigt indessen einen Wert von 83 und damit ein Terrain, das klar als überkauft gilt.

Weg mit Tech

Bei der heute sehr schwachen Tendenz der europäischen Börsen setzte sich der Abverkauf von Technologiewerten fort, der zum Wochenstart bereits die Wall Street belastet hatte. Während der DAX im Mittagshandel rund 1,3% im Minus lag, ging es für Tech-Aktien im Stoxx Europe 600 rund doppelt so stark abwärts. Eine Erholung jenseits des Atlantiks ist indessen nicht in Sicht. Der Nasdaq-100-Mini fällt weitere 1,9%, bei knapp leichtem Rückgang des Dow-Jones-Index.

Hinter den Cum-Ex-Kulissen

Stippvisiten im Büro, dann Hektik in der Dividendensaison: Ein Top-Händler, der seinem Londoner Arbeitgeber über Cum-Ex-Deals Millionenerträge einbrachte, packt nun als Kronzeuge der Staatsanwaltschaft in Deutschland aus. In seiner Zeit bei einer Wall-Street-Bank hatte er Ideen zur Vermeidung von Steuern entwickelt, die ihn später für Headhunter interessant machten. Bloomberg-Reporter haben für die Geschichte von A. Gerichtsakten aus London und deutsche Anklageschriften studiert sowie mit mehr als einem Dutzend involvierter Personen gesprochen.

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