Fünf Themen des Tages: Milliarden-Trennung, Bitcoin trifft Spac

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Lufthansa braucht Eigenkapital, Infineon beziffert Chip-Schaden, europäische Aktien kaum verändert, Bill teilt 147 Milliarden mit Melinda, und Bitcoin trifft Spac. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Lufthansa will Kapital

Die Deutsche Lufthansa hat ihre Aktionäre um die Ermächtigung gebeten, 5,5 Milliarden Euro an frischem Kapital zu beschaffen. Auf der Hauptversammlung der Kranich-Airline am Dienstag warb Vorstandschef Carsten Spohr bei den Anlegern um Unterstützung für den Antrag, mit dem die Lufthansa zu ihrer “früheren finanziellen Stabilität zurückkehren” wolle. Die Kapitalerhöhung wäre ausreichend, um die stille Einlage des Bundes abzulösen, der größte Teil des staatlichen Rettungspakets für die Lufthansa, und erste Aktien könnten noch in diesem Jahr ausgegeben werden. Am Montagabend hatte die Lufthansa eine Neuordnung des Terminplans von Ausflieferungen bestellter Flugzeuge mit Airbus und Boeing gemeldet. Eine in Aussicht stehende Lockerung der Reisebeschränkungen hatte der Aktie zuvor Auftrieb gegeben.

Infineon beziffert Chip-Schaden

Infineon Technologies erwartet, dass etwa 2,5 Millionen Autos in der ersten Hälfte des Jahres 2021 wegen anhaltender Engpässe in der Lieferkette nicht produziert werden können. Der Neubiberberger Halbleiterhersteller ist ein wichtiger Zulieferer für Autohersteller, die mit der Beschaffung von Chips zu kämpfen haben. Die Schätzung von etwa 1,5 Millionen nicht gebauten Autos im ersten und einer weiteren Million im zweiten Quartal sei “die beste Schätzung, die es derzeit gibt”, so Marketingchef Helmut Gassel am Dienstag in einer Analysten-Telefonkonferenz. Am Montag hatte der Intel-CEO gesagt, dass die weltweite Halbleiterknappheit wahrscheinlich erst in ein paar Jahren behoben sein dürfte. Daimler hat wegen der Lieferengpässe beschlossen, Tausende Mitarbeiter vorerst in Kurzarbeit zu belassen.

Europäische Aktien kaum verändert

Europäische Aktien waren am Dienstagvormittag kaum verändert. Pläne zur Lockerung der Einschränkungen aufgrund der Pandemie in Europa geben den Branchen Rückenwind, die am stärksten von den Maßnahmen betroffen waren. Technologie-Aktien, die von den Beschränkungen profitieren, geben nach. Der Stoxx Europe 600 Index, der sich seit seinem Höchststand Mitte April in einer engen Handelsspanne bewegte, lag gegen Mittag leicht im Minus. “Wir sind auf einem wirklich hohen Niveau und wir brauchen mehr als nur schöne Worte von den Unternehmen, um weiter vorwärts zu gehen”, sagte Guillermo Hernandez Sampere von MPPM EK in einem Interview. “Es fühlt sich an, als würden in jeder Unternehmensmitteilung die Prognosen angehoben - zumindest begrenzt das das wahrgenommene Abwärtspotential.” In Deutschland brachen TeamViewer trotz besser als erwarteter Gewinne ein. Shop Apotheke gaben ebenso nach wie HelloFresh.

Bill teilt 146 Milliarden mit Melinda

Das Ehepaar Gates geht in Zukunft getrennte Wege. Ein großes Fragezeichen hängt damit über einem der weltgrößten Privatvermögen und einer weltumspannenden wohltätigen Organisation. Die Trennung von Bill und Melinda nach 27 Jahren Ehe könnte in der Technologiebranche nachhallen, ein riesiges Portfolio an Vermögenswerten neu sortieren und selbst globale soziale Themen beeinflussen. Das Paar verfügt nach Bloomberg-Schätzungen über umgerechnet rund 147 Milliarden Dollar (121 Milliarden Euro) an Vermögen. Nach der 2019 angekündigten Trennung von Jeff Bezos und MacKenzie Scott ist dies die zweite Scheidung unter den Superreichen in den letzten Jahren. Die Teilung des Gates-Vermögens ist jedoch möglicherweise komplexer als bei Bezos und Scott, denen hauptsächlich Aktien von Amazon gehörten.

Bitcoin trifft Spac

Die Bitcoin-Mining-Firma Iris Energy prüft nach Angaben aus informierten Kreisen Offerten von Blankoscheck-Firmen, die das Unternehmen an die Börse bringen wollen. Die Firma aus Sydney wurde von mehreren Spacs angesprochen, die einen Börsengang in den USA anstreben, der zwischen 300 und 500 Millionen Dollar einbringen könnte, hieß es. Iris will nach eigenen Angaben an die Börse und zieht hierfür mehrere Möglichkeiten in Betracht. Der Betreiber von Rechenzentren könnte auch zunächst eine neue Finanzierungsrunde durchführen. Der Erlös aus einem früheren Fundraising im März war für den Bau eines 50-Megawatt-Rechenzentrums in British Columbia, Kanada, vorgesehen, zusätzlich zu einem bereits finanzierten 30-Megawatt-Projekt. Dort werden Rechner für Bitcoin-Mining betrieben, die mit erneuerbarer Energie versorgt werden. In British Columbia kommt der Großteil des Stroms aus Wasserkraft.

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