Fünf Themen des Tages: IPOs zunächst Out, Hacking lohnt sich

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(Bloomberg) -- Volatilität verschreckt Börsendebütanten, US-Linke uneins bei Powell, europäische Aktien steigen, Pipeline-Firma bezahlte Hacker, und Musk-Kehrtwende versenkt Bitcoin. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Volatilität verschreckt Börsendebütanten

Börsen-Listings geraten unter die Räder der Marktvolatilität. Mehrere Börsengänge wurden in dieser Woche verschoben, darunter MeinAuto. Hear.com, ein Anbieter von Hörgeräten, der von der Private-Equity-Firma EQT unterstützt wird, hat wegen der “herausfordernden Bedingungen auf dem Aktienmarkt” vertagt. Ähnlich lautete die Begründung bei Genworth Financial, die den Börsengang der Tochter Enact Holdings vorerst auf Eis legte. Der dreitägige Rückgang zu Beginn der Woche - ausgelöst durch Inflationssorgen - hat gereicht, um die Unternehmen zu verschrecken. Der Volatilitätsindex der CBOE stieg in dieser Woche in den mittleren 20er-Bereich und damit auf den höchsten Stand seit März. Banker raten Unternehmen normalerweise zu einem Börsengang, wenn der VIX unter 20 liegt.

US-Linke uneins bei Powell

Sieben klimaaktivistische Gruppen in den USA haben die Wiederernennung von Fed-Chef Jerome Powell in Frage gestellt, weil dieser das Mandat der Zentralbank nicht in den Dienst der Klimapolitik stelle. Es brauche “einen Klima-Falken als Vorsitzenden” der Fed, damit die US-Administration ihren Klimaverpflichtungen gerecht werden könne, sagte Jeff Hauser, Geschäftsführer des linksgerichteten Revolving Door Project. Zuvor hatte sich dessen Mitbegründer Dean Baker für eine Verlängerung der Amtszeit Powells ausgesprochen, weil dieser sich bemühe, “den Arbeitsmarkt so heiß wie möglich” laufen zu lassen. Außerdem habe der Kongress der Fed kein Mandat gegeben, Nutzer fossiler Brennstoffe zu bestrafen. Die Amtszeiten von Powell und zweier Stellvertreter laufen in den kommenden Monaten aus.

Europäische Aktien steigen

Europäische Aktien haben am Freitag zugelegt, da der Optimismus über die wirtschaftliche Erholung sich als stärker erwies als die anhaltenden Sorgen über die steigende Inflation. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um rund 0,5% im Plus, angeführt von Banken und Technologieaktien. Energieaktien stiegen ebenfalls und kehrten frühere Rückgänge um, da der Ölpreis stieg, während Bergbauwerte den zweiten Tag in Folge fielen. Eisenerz-Futures hatten nachgegeben nach Bemühungen in China, die steigenden Preise zu kontrollieren. “Es gibt viel Liquidität, die bereit ist, Aktien zu kaufen und jeden Rückgang auszunutzen”, sagte Jaime Espejo von Imantia Capital in Madrid. “Wenn die Rohstoffpreise sinken, lassen die Sorgen um die Inflation nach und der Optimismus über die Erholung kehrt zurück. Es muss wieder Ruhe in den Markt einkehren.” In Deutschland stiegen Knorr-Bremse nach Vorlage von Quartalszahlen.

Pipeline-Firma bezahlte Hacker

Erpressung lohnt sich. Colonial Pipeline zahlte osteuropäischen Hackern fast 5 Millionen Dollar vor einer Woche, nur wenige Stunden nach einem Angriff auf die Treibstoffversorgung der Ostküste. Anfang dieser Woche hatte es noch geheißen, dass sich das Unternehmen keinen Erpressungsversuchen beugen werde, um die größte US-Kraftstoffpipeline wieder in Gang zu bekommen. Das saftige Lösegeld floss in Kryptowährung, wie informierte Kreise berichteten. Colonial habe unter immensem Druck gestanden, Benzin und Flugzeugtreibstoff wieder in die großen Städte entlang der Ostküste zu bekommen, die US-Regierung sei eingeweiht gewesen, hieß es. Nach Erhalt der Zahlung hätten die Hacker ein Entschlüsselungs-Tool zur Verfügung gestellt, das aber so langsam gewesen sei, dass Colonial letzlich eigene Backups nutzte, um das System wiederherzustellen, so eine der Personen. Colonial wollte sich nicht äußern.

Musk-Kehrtwende versenkt Bitcoin

Elon Musks Erkenntnis, dass die Bitcoin-Herstellung eine Menge Strom verbraucht, hat den Besitzern der Krypto-Währung einen Verlust beschert. Die digitale Münze war auf Kurs zu einem Wochenverlust von mehr als 10%, nachdem der Tesla-CEO bemerkt hatte, dass er “stark” an Krypto glaube, es aber nicht “eine massive Zunahme der Nutzung fossiler Brennstoffe” zur Erzeugung geben dürfe. Zuvor hatte er die jüngsten Bitcoin-Energieverbrauchstrends als “verrückt” bezeichnet. Am Mittwoch sagte Musk, dass Tesla Autokäufe mit Bitcoin aussetzen würde. Die Kehrtwende des Krypto-Jüngers hat die Investoren überrascht und die Preise auf der ganzen Linie abstürzen lassen, einschließlich eines Sturzes von Bitcoin bis auf auf etwa 46.000 Dollar. Mittlerweile hat sich das Token wieder etwas erholt.

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