Fünf Themen des Tages: Industrie läuft trocken, Delta ist übel

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(Bloomberg) -- Industrie läuft trocken, Delta-Variante ist übel, europäische Aktien gewinnen, Amazon soll blechen, und was macht eine Firma erfolgreich? Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Industrie läuft trocken

Die deutsche Industrieproduktion einschließlich des Baugewerbes ist im April gegenüber dem Vormonat unerwartet um 1% gesunken. Erwartet worden war ein Anstieg von 0,4%. Das verarbeitende Gewerbe kühlte sich ab und bleibt deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Versorgungsengpässe behindern die die Erholung, heißt es bei den Analysten von BI. Vor allem das Baugewerbe war für den Rückgang verantwortlich, wo die Produktion um 4,3% einbrach. Die Engpässe dürften sich allmählich auflösen und die Erholung weniger behindern, “aber es wird wahrscheinlich eine holprige Fahrt werden”, so die Experten. Die Erwartungskomponente im ZEW-Indikator fiel im Juni überraschend.

Delta-Variante ist übel

Hörschäden, schwere Magenverstimmungen und Blutgerinnsel, die zu Wundbrand führen, gehören zu den Symptomen, die mit der Delta-Variante des Coronavirus einhergehen, die insbesondere in Indien wütet. Ärzte wollen nun wissen, um wie viel schwerwiegender die Krankheitsverläufe bei der auch als B.1.617.2 bekannten Variante sind. In England und Schottland gibt es Hinweise auf ein höheres Krankenhaus-Risiko durch eine solche Infektion. Delta hat sich in den letzten sechs Monaten in mehr als 60 Ländern ausgebreitet und Großbritannien trotz erfolgreicher Impfkampagne gezwungen, die Wiedereröffnungspläne zu überdenken. Einen Hoffnungsschimmer gibt es unterdessen für Alzheimer-Patienten, nachdem die US-Regulierungsbehörde die - umstrittene - Therapie von Biogen Inc. genehmigt hat. Deren Aktien gewannen 38%.

Europäische Aktien fester

Europäische Aktien bauten im Verlauf des Vormittags ihre Gewinne aus. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag rund 0,3% im Plus, angeführt von IT- und Gesundheitswerten. Energieunternehmen gaben nach. Die Aktien der Region sind im Juni auf dem Weg zu einem fünften Monat mit Gewinnen in Folge und stellen neue Allzeithochs auf. Dennoch halten Händler ein wachsames Auge auf die Inflation, die, wenn sie zu hoch ist, die lockere Geldpolitik zu einem frühen Ende bringen könnte. “Die Hauptsorge der Anleger scheint dem kurzfristigen Inflationsrisiko zu gelten und der Frage, ob steigende Preise nur vorübergehender Natur sind”, schrieb Michael Hewson von CMC Markets. In Deutschland verloren GEA nach einer Herabstufung durch Goldman Sachs.

Amazon soll blechen

Die G7-Finanzminister wollen bei der geplanten 15%-Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinnen sicherstellen, dass Amazon.com Inc. ihnen nicht durch die Maschen schlüpft. Dies soll trotz der Tatsache erreicht werden, dass die Gewinnmarge des US-Riesen mit geschätzt 7,1% in diesem Jahr unter der erwogenen 10%-Schwelle liegt, die anderen Ländern das Recht geben würde, Steuern einzutreiben. Aus informierten Kreisen heißt es, Amazon werde einbezogen, die genaue Ausgestaltung müsse dagegen noch diskutiert werden. Der am Wochenende in London erzielte Deal legt US-Präsident Joe Biden bei seinen geplanten Änderungen am US-Steuerrecht, die einen Satz von 21% vorsehen, nun Steine in den Weg. Den Kongress davon zu überzeugen sei “schwierig, vielleicht sogar unmöglich”, so Rohit Kumar von PwC.

Was macht eine Firma erfolgreich?

Snowflake-CEO Frank Slootman hat sich dafür entschuldigt, womöglich Gefühle verletzt zu haben, als er während eines Bloomberg TV-Interviews andeutete, dass Vielfalt als Einstellungskriterium zweitrangig gegenüber Leistung sein sollte. Er sei keineswegs der Meinung, “dass sich Vielfalt und Leistung gegenseitig ausschließen, wenn es um Rekrutierung, Einstellung und Beförderung geht”. Im Interview hatte er gesagt, dass ein “moderaterer” Ansatz notwendig sei, um Vielfalt zu gewährleisten, die bei der Einstellung und Beförderung von Mitarbeitern nicht über die persönliche Leistung gestellt werden sollte. Andere CEOs dächten genauso, trauten sich aber nicht, es öffentlich zu sagen. Damit stellte er sich gegen die Haltung in mittlerweile vielen US-Unternehmen, dass das Personal die Demografie des Landes widerspiegeln sollte.

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