Fünf Themen des Tages: Goldman-Booster, Lieferketten, Bitcoin

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(Bloomberg) -- Goldman verlangt Booster, keine Lieferketten-Entspannung, europäische Aktien steigen, Bitcoin taugt nicht als Weihnachtsgeschenk, und ManU-Fans wollen ihren Verein zurück. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Goldman verlangt Booster

Goldman Sachs, ein entschiedener Verfechter der Rückholung von Bankern in die Büros der Wallstreet, hält trotz steigender Infektionsraten in New York an seiner Arbeitsplatzphilosophie fest und macht Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 zur Pflicht. Jeder Impfberechtigte muss sich bis zum 1. Februar eine Auffrischungsimpfung abholen, um ein Büro betreten zu dürfen. Andere US-Banken, darunter Citigroup und Wells Fargo, haben hingegen angesichts der ansteckenderen Omikron-Variante die Rückkehrverpflichtungen gelockert. In Deutschland wurden unterdessen nach Angaben des RKI insgesamt 21.080 neue Fälle registriert, gegenüber 13.908 am Vortag. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) ist offen für eine Impfpflicht, sieht aber kaum Möglichkeiten, diese mit physischem Zwang durchzusetzen. Stattdessen drohen Bußgelder.

Keine Lieferketten-Entspannung

Angesichts arbeitsunwilliger Lkw-Fahrer und impfungsverweigernder Seeleute stellt sich die Transportbranche auf ein weiteres Achterbahnjahr und Unterbrechungen bei den Lieferketten ein. Gewerkschaftsdaten zufolge sind rund ein Fünftel aller Stellen für Berufskraftfahrer unbesetzt, obwohl viele Arbeitgeber höhere Löhne bieten. “2022 zeichnet sich als ein weiteres Jahr mit schwerwiegenden Störungen, Unterversorgung und extremen Kosten ab”, so Simon Heaney, Analyst bei der Schifffahrtsberatung Drewry. Nachdem sie letztes Jahr von 48-Kilometer-Staus und Wartezeiten von bis zu 18 Stunden an den EU-Grenzen betroffen waren, wollen viele Lkw-Fahrer aus Rumänien keine Langstreckenjobs mehr annehmen. Western Shipping aus Singapur gab an, dass etwa 20% seiner rund 1.000 Seeleute nicht mehr auf die Schiffe zurückkehren wollen. Kunden wollten nur vollständig geimpfte Seeleute eingesetzt sehen, aber man könne niemanden zur Impfung zwingen.

Europäische Aktien steigen

Die europäischen Aktien näherten sich am Dienstag ihrem Rekordhoch vom November und folgten damit einer starken Rallye an der Wall Street. Der Stoxx Europe 600 lag gegen Mittag rund 0,5% im Plus. Die europäischen Aktien dürften in den kommenden Wochen eher dem US-Markt nach oben folgen, sagte Esty Dwek von Flowbank SA. “Die Unternehmen haben eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit an Beschränkungen bewiesen, und obwohl zusätzliche Einschränkungen kurzfristig wahrscheinlich sind, werden diese sich wahrscheinlich nicht auf das gesamte europäische Wachstum im Jahr 2022 auswirken, welches durch die Wiedereröffnung einen weiteren Aufschwung erleben dürfte”, so Dwek. In der Schweiz stiegen Clariant nach dem angekündigten Kauf des Attapulgit-Geschäfts der BASF in den USA.

Bitcoin taugt nicht als Weihnachtsgeschenk

Verwandten zu Weihnachten etwas Kryptowährung zu schenken war in den letzten Jahren keine gute Idee. Diejenigen, die am 23. Dezember zum Börsenschluss gekauft haben, würden jetzt ungefähr 3% im Minus liegen, schreibt Eddie van der Walt im Markets Live Blog. In den vergangenen sieben Jahren wäre es sogar eine Verluststrategie gewesen, bis Ende Januar zu warten - mit einem durchschnittlichen Verlust von 0,2%. Krypto-Fans würden einwenden, dass HODLer - welche die Investition über die gesamte Laufzeit halten - viel besser abgeschnitten hätten. Und ja, ein Bitcoin unter dem 2014er Weihnachtsbaum wäre heute 14.593% mehr wert. Bitcoin ist am Dienstag unter 50.000 Dollar gerutscht, ein Niveau, das einige Analysten als wichtig für die Beurteilung der Aussichten im Jahr 2022 ansehen.

ManU-Fans wollen ihren Verein zurück

Fans von Manchester United hatten im Frühjahr mit einem Hagel von Rauchbomben im Stadion Old Trafford ihrer Forderung Nachdruck verliehen, dass der amerikanische Eigentümer, die Familie Glazer, den Verein verkaufen soll. “Liebt United, hasst Glazer!”, lautete der Slogan. Die Glazers gehörten zu den ersten ausländischen Milliardären, die massiv in den englischen Fußball investierten und das Machtzentrum des Sports von den Einheimischen wegverlagerten. Eingefleischte Fans verachten die Familie, insbesondere nach Malcolm Glazers - abgeschmettertem - Versuch, zusammen mit anderen reichen Fußballbesitzern die Super League zu gründen. Nun versuchen die Fans, sich etwas von dem Einfluss zurückzuholen, den sie an Investoren verloren haben. Sportmannschaften sollten ähnlich wie öffentliche Stiftungen geführt werden, die von lokalen Gemeinschaft mitbestimmt werden. Die Proteste haben Glazer & Co. in - komplizierte - Verhandlungen über finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Fans gezwungen. Der Vorstoß wird von der Politik unterstützt, für die die Vertretung der Fan-Interessen ein gefundenes Fressen ist. Davon könnte abhängen, ob der Aufstand der Fans Erfolg hat.

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