Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- EU lässt vor Weihnachten impfen, Fed-Chef wieder optimistischer, Impfstoffzuversicht stützt Europas Aktien, die Zombie-Pandemie wird schlimmer, und ein Bitcoin-Wal tauchte auf. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

EU lässt vor Weihnachten impfen

Die USA und Großbritannien impfen bereits mit einem Vakzin, das wesentlich in Mainz mitentwickelt wurde, während die EU-Bürokratie noch mit dem Freigabeprozess beschäftigt ist. Weil das den Bürgern nur schwer zu erklären ist, soll nun der Zeitplan für den Covid-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer komprimiert werden. Dadurch könnten die ersten Dosen am Mittwoch an die Impfzentren verschickt und noch vor Weihnachten in der EU mit den Impfungen begonnen werden. Allerdings nicht in Deutschland, wo der 27. Dezember als Starttermin vorgesehen ist. Hier wurden zuletzt 45.113 Neuinfektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 lag bei 729, die 4-Tage-Reproduktionszahl bei 0,88, nach 0,95 am Vortag.

Fed-Chef wieder optimistischer

Fed-Chef Jerome Powell zeigte sich so optimistisch wie noch nie seit dem Beginn der Corona-Krise. “Wir können gewissermaßen Licht am Ende des Tunnels sehen”, so Powell am Mittwoch. Der Leitzins blieb nahe null und die Fed signalisierte, dass sie mit einem “hoch akkommodierenden” Kurs die Wirtschaft bis weit in die Zukunft hinein mit reichlich Unterstützung versorgen wird. Die Schweizerische Nationalbank hat unterdessen am Donnerstag ihr Versprechen erneuert, Devisenmarktinterventionen einzusetzen, um dem Aufwertungsdruck auf den “hoch bewerteten” Franken entgegenzuwirken - nur einen Tag nachdem sie von den USA für diese Praxis gerügt wurde. Der halbjährliche Bericht des US-Finanzministeriums zur Währungsmanipulation beeinflusse die SNB-Politik nicht, sagte Präsident Thomas Jordan.

Impfstoffzuversicht stützt Europas Aktien

Die europäischen Aktien kletterten am Donnerstag, angetrieben von Meldungen zur beschleunigten Einführung eines Covid-Impfstoffs in der Region. Der Stoxx Europe 600 Index stieg, angeführt von zyklischen Aktien wie Bergbau- und Einzelhandelswerten. Nachdem die EU-Staats- und Regierungschefs den Weg für das Corona-Hilfspaket freigemacht haben, richtet sich der Fokus nun wieder auf die USA. “Wenn die vor uns liegende Sitzung eine weitere ist, in der der Markt über ein Konjunkturprogramm in den USA nachdenkt, ohne wesentliche Brexit-Nachrichten, könnten wir durchaus mehr zyklische Trades sehen”, so das Multi-Asset-Strategie-Team von Mizuho International unter der Leitung von Peter Chatwell. In Deutschland stiegen Evotec nach einer Unternehmensmeldung, wonach “wichtige Meilensteine” in einer Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb erreicht worden seien. Villeroy & Boch stiegen nach einer erneuten Anhebung des Jahresausblicks.

Die Zombie-Pandemie wird schlimmer

Einstige Titanen der US-Wirtschaft wie Boeing, Delta Air Lines, Exxon Mobil und Macy’s haben sich in Zombies verwandelt - Unternehmen, die nicht einmal genug verdienen, um ihre Zinskosten zu decken. Laut einer Bloomberg-Analyse der Finanzdaten von 3.000 der größten börsennotierten Unternehmen des Landes sind mittlerweile fast ein Viertel dieser Firmen Zombies. “Die Fed hat aus Stabilitätsgründen beschlossen, einzugreifen. Sie wussten, dass sie damit Zombies schaffen würden. Jetzt stellt sich die Frage: ‘Was ist mit den Unternehmen, die am Leben erhalten wurden, die sonst in Konkurs gegangen wären?’”, fragt Torsten Slok, Chefökonom bei Apollo Global Management. Die Eurozone kennt das Problem deflationär wirkender Zombifizierung schon länger - nicht erst seit Beginn der Pandemie.

Ein Bitcoin-Wal wurde gesichtet

Ein auf Volatilitätswetten spezialisierter Hedgefonds ist als einer der größten Bitcoin-Investoren aufgetaucht, nachdem er im Stillen mehr als 600 Millionen Dollar in Kryptowährungen gekauft und sich mit Alan Howard, dem Mitbegründer von Brevan Howard Asset Management, zusammengetan hat. Eric Peters, CEO von One River Asset Management, sagte in einem Interview, dass er eine neue Firma gegründet hat, um vom wachsenden Interesse institutioneller Investoren an Kryptowährungen zu profitieren. Zusätzlich zu seinen anfänglichen Käufen hat One River Digital Asset Management Zusagen, die seine Bestände an Bitcoin und Ether bis Anfang 2021 auf etwa 1 Milliarde Dollar bringen werden, sagte er. Bitcoin ist über $23,000 gestiegen und hat sich in diesem Jahr mehr als verdreifacht. Sollte man noch auf den Zug aufspringen? Vorsicht an der Bahnsteigkante, meinen die Bloomberg-Kolumnisten Mark Gilbert und Lionel Laurent.

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