Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Wall Street erwärmt sich für Bitcoin, Daimler will profitabler werden, europäische Aktien gewinnen zu Wochenbeginn, Johnsons Impfprogramm liegt im Plan und Ex-UniCredit-CEO plant Finanz-SPAC. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Wall Street erwärmt sich für Bitcoin

Hinweise auf wachsende Akzeptanz in der Finanzdienstleistungsbranche haben Bitcoin einen neuen Höhenflug beschert. Die Kryptowährung näherte sich erstmals der Marke von 50.000 Dollar an, fiel dann aber wieder zurück. Eine Woche nach der Ankündigung von Tesla, 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) in Bitcoin zu investieren, bahnt sich das digitale Asset weiter seinen Weg in die traditionelle Finanzwelt. Counterpoint Global, eine Sparte von Morgan Stanley Investment Management, erwägt laut informierten Kreisen, Bitcoin zu seiner Liste möglicher Investments hinzuzufügen. Der Bereich verwaltet 150 Milliarden Dollar Vermögen und ist für seine Expertise bei der Auswahl von Wachstumsaktien bekannt. Und es gibt Anzeichen dafür, dass mehr Unternehmen beginnen, Dienstleistungen für Kryptowährungen anzubieten.

Daimler will profitabler werden

Die Entscheidung des Daimler-Konzerns, das Lkw-Geschäft abzuspalten und sich ausschließlich auf Luxusfahrzeuge zu konzentrieren, hat der Aktie einen Kurssprung beschert. Nun will das Management des Autoherstellers die Gewinnmargen erhöhen und den Börsenwert weiter nach oben treiben. Demnächst als Mercedes-Benz AG firmierend wollen die Stuttgarter mit neuen Elektrofahrzeugen und aufgefrischter S- und C-Klasse ihr Profil schärfen, wie CEO Ola Kallenius bei einem gemeinsamen Interview mit Finanzvorstand Harald Wilhelm erklärte. “Wir werden die Kurve steiler machen”, so Kallenius zu den Margenplänen des Herstellers. Unausgesprochen dürfte er Tesla und Ferrari im Sinn haben, Rivalen mit vergleichseise winzigem Absatz, aber riesigem Börsenwert. Daimlers Dividendenrendite steigt laut Bloomberg-Prognosen.

Europäische Aktien gewinnen zu Wochenbeginn

Europäische Aktien haben am Montag zugelegt, angetrieben von Kursgewinnen bei Rohstoff- und Medienwerten und Optimismus über die Einführung von Corona-Impfstoffen, der Aktien der Reisebranche beflügelte. Der Stoxx 600 Index lag gegen Mittag um rund 0,9% im Plus. Energietitel stiegen aufgrund des steigenden Ölpreises. Europäische Aktien sind im Februar bisher um rund 5% gestiegen und notieren in der Nähe ihres historischen Hochs. “Die Impfprogramme geben den Anlegern eine gewisse Hoffnung, dass dies vielleicht die letzte Reihe von Lockdowns sein könnte, insbesondere in Europa”, sagte Alastair George von der Edison Group. “Aber gleichzeitig müssen wir uns daran erinnern, wie sehr sich die Märkte seit den Tiefstständen zu Beginn des letzten Jahres erholt haben”. In Deutschland stiegen Klöckner nach positiven Kommentaren von Jefferies. Lanxess gewannen nach dem Zukauf von Emerald Kalama.

Johnsons Impfprogramm liegt im Plan

Großbritannien hat 15 Millionen Coronavirus-Impfungen durchgeführt. Laut Premierminister Boris Johnson hat England das zu Jahresbeginn gesetzte Ziel erreicht, die vier wichtigsten Gruppen einschließlich der über 70-Jährigen bis zum 15. Februar zu impfen. Auch Wales erreicht eine Schwelle: Mehr als 25% der erwachsenen Bevölkerung dort haben nun mindestens eine Impfung erhalten. Großbritannien liegt damit unangefochten an der Spitze der Impfkampagnen in Europa, Deutschland ist auf Rang 26 abgerutscht und liegt je 100 Personen unter dem EU-Durchschnitt. Deutschland hat 4.838 Neuinfektionen und 117 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Die 4-Tage-Reproduktionszahl stieg auf 0,98. Der Osterurlaub könnte ins Wasser fallen.

Ex-UniCredit-CEO plant Finanz-SPAC

Ex-UniCredit-CEO Jean Pierre Mustier hat vor, Mittel für eine spezielle Akquisitionsgesellschaft zu beschaffen, hinter der der Milliardär Bernard Arnault und der französische Vermögensverwalter Tikehau Capital stehen. Mustier arbeitet mit Diego de Giorgi, einem ehemaligen Manager bei der Bank of America, an dem SPAC. Tikehau bestätigte am Montag eine entsprechende Bloomberg-Meldung vom Samstag. Das Unternehmen wird in Finanzdienstleistungen investieren, einschließlich Vermögensverwaltung und Fintechs, hieß es. Blankoscheck-Firmen haben laut von Bloomberg zusammengestellten Daten im vergangenen Jahr einen Rekordbetrag von 101 Milliarden Dollar durch Börsengänge eingenommen, den Großteil davon in den USA. Dorthin dürften sich SPACs auch in Zukunft orientieren, sagte Gilles Teerlinck, Capital Markets Partner bei der Anwaltskanzlei White & Case.

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