Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Alexander Kell
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- OPEC-Kompromiss in Sicht, Merck-Onkologie setzt auf DNA-Mechanismus, Börse eher vorsichtig, Volatilität hat zwei Seiten, Krach um den Blick aufs Meer. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Bewegung bei der OPEC

Die OPEC+ nähert sich nach tagelangen angespannten Verhandlungen offenbar einer Vereinbarung über die weitere Förderpolitik. Nach direkten Gesprächen zwischen den Schwergewichten der Gruppe - Russland, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten - konzentrieren sich die Diskussionen Delegierten zufolge nun auf Vorschläge für eine schrittweise Lockerung der Einschnitte über mehrere Monate hinweg. Wie zu hören war, könnte sich der diesbezügliche Beginn auch einen Monat verzögern. Bislang war geplant, die zur Bewältigung des Corona-Nachfrageschocks gesenkte tägliche Fördermenge ab dem 1. Januar wieder um 1,9 Millionen Barrel zu erhöhen.

Zelltod dem Krebs

Zur personalisierten Krebsbekämpfung setzt die Darmstädter Merck KGaA auf eine Wirkstoff-Forschungsplattform, die der Erbgut-Spezialist Artios aus dem englischen Cambridge entwickelt hat. “Der Ansatz DNA-Reparaturmechanismen zu hemmen, könnte zu einer wichtigen Behandlungsoption für viele Patienten mit ungedecktem Therapiebedarf werden”, erklärte Andree Blaukat, Leiter der Translationalen Innovationsplattform Onkologie & Immunonkologie bei Merck. Die Forschungskooperation beider Unternehmen ist auf drei Jahre angelegt. Merck erhält eine Option auf die exklusive Entwicklung und Vermarktung von Substanzen. Die Vergütung von Artios umfasst Meilensteinzahlungen von bis zu 860 Miillionen Dollar pro Wirkstoffziel.

Börsenvorsicht nach Rekordrally

Die Rally der Weltbörsen hat erst einmal eine Atempause eingelegt. Nach einem Rekord beim MSCI World und dem US-Aktienbarometer S&P 500 am Mittwoch tendierten die europäischen Börsen am Donnerstag leichter. Im Mittagshandel lag der DAX 0,5% im Minus, der Euro Stoxx 50 sank 0,3%. Jenseits des Atlantiks signalisiert der Terminmarkt, dass der S&P 500 sein Vortagesniveau zum Handelsstart knapp behaupten wird. Beim Nasdaq Composite sind minimale Gewinne zu erwarten. Der Chef der Dallas-Fed, Robert Kaplan, warnte in einem CNBC-Interview, die amerikanische Konjunktur könne ohne weitere Fiskalunterstützung ins Stocken geraten. In den USA hat die Zahl der täglichen Corona-Toten ein neues Hoch erreicht. In Los Angeles müssen Unternehmen, die auf Vorort-Arbeit ihrer Beschäftigten angewiesen sind, schließen.

Wie gewonnen, so zerronnen

Corona führte nicht nur zu beispiellosen Verwerfungen in der Weltwirtschaft, sondern auch zu einer Volatilität der Märkte, die satte Börsengewinne ermöglichte. Hedgefondsmanager Said Haidar fuhr mit den Turbulenzen im März ein Plus von über 25% ein. Mit der Aussicht auf eine effektive Eindämmung der Pandemie hat sich sein Blatt nun gewendet. Für November musste Haidar ein Minus von 23,5% berichten. “Mit den Impfstoff-Ankündigungen in rascher Folge wurden wir auf dem falschen Fuß erwischt”, schrieb er den Anlegern seines Macro-Fonds. Die Effizienzquoten überträfen die ursprünglichen Erwartungen ebenso deutlich wie die Zeitpläne bezüglich Zulassung, Herstellung und Vertrieb, die erheblich gestrafft worden seien.

Nachbarschafts-Streit à la California

Im Ruhestörungs-Streit zwischen Bill Gross und seinem Nachbarn im kalifornischen Laguna Beach scheint der ehemals bedeutendste Bondmanager der Welt aus der Schusslinie zu rücken. Für die überlaute Musik, die an einem Wochentag Mitte Oktober von seinem Grundstück drang, war laut Gross’ Anwältin sein Grundstücksverwalter veranwortlich. Weder Gross noch seine Freundin seien daheim gewesen. Für den Verwalter als Übeltäter sprächen auch musikalische Beweise: Zu hören gewesen seien spanische Songs - ganz nach dem Gusto des Verwalters. Gross’ Gerichtsfehde mit seinem Nachbarn, dem Tech-Unternehmen Mark Towfiq, begann mit einer übergroßen Skulptur des Künstlers Dale Chihuly, die Gross aufgestellt hatte. Als sie Reparaturbedarf bekam, versperrte ein dazu aufgestelltes Netz Towfiq den Blick auf den Ozean.

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