Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Zwischen Fed und Treasury herrscht Dissonanz, Briten und EU spielen Schwarzer Peter, Europäische Aktien zum Wochenschluss höher, EZB gibt sich Argumente für baldigen Digital-Euro, und Covid schlägt bis auf die Weihnachtstafel durch. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Zwischen Fed und Treasury herrscht Dissonanz

Die Trump-Regierung hat am Donnerstag gefordert, mehrere im Zuge der Coronavirus-Pandemie aufgelegte Notfall-Kreditprogramme der Federal Reserve zu beenden - gegen deren Willen. Finanzminister Steven Mnuchin schrieb in einem Brief an den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, dass fünf von neun Fed-Notkreditprogrammen nicht über das Jahresende hinaus verlängert werden sollen. Die Fed solle die ungenutzten Mittel im Volumen von 455 Milliarden Dollar zur anderweitigen Verwendung an den Kongress zurückgeben. Die Notenbank protestierte dagegen in einer kurzen Mitteilung und forderte, dass “die gesamte Palette” der im Zuge der Coronavirus-Pandemie bereitgestellten Notfallprogramme erhalten bleiben müsse. Raphael Bostic, Chef der Atlanta Fed, befürchtet nun einen Vertrauensverlust.

Briten und EU spielen Schwarzer Peter

Die Europäische Kommission hat die Botschafter der EU-Regierungen am Freitag darüber informiert, dass sich Großbritannien bei den drei verbleibenden Hürden für ein Handelsabkommen nicht bewegt habe, berichten informierte Kreise. Die Verhandlungen würden fortgesetzt, um bei den Fischerei-Rechten, der Aufrechterhaltung gleicher Wettbewerbsbedingungen und der Durchsetzung der Inhalte eines Abkommens eine Einigung zu erzielen. Beide Seiten haben sich gegenseitig beschuldigt, die Zeit bis zum Austritt Großbritanniens aus dem Binnenmarkt in sechs Wochen absichtlich verstreichen zu lassen - und sind selbst darüber uneins, wie viel Zeit sie eigentlich noch haben. Das EU-Finanzpaket im Umfang von 1,8 Billionen Euro, von Südeuropa sehnlichst erwartet, kommt auch nicht voran.

Europäische Aktien zum Wochenschluss höher

Die europäischen Aktien kletterten zum Wochenschluss und setzten damit eine Rally fort, die durch den Optimismus in Bezug auf Coronavirus-Impfstoffe angeheizt wurde. Der Stoxx Europe 600 Index legte zu, angeführt von Rohstoffwerten. Auch Energieaktien schnitten besser ab, während Immobilienwerte hinterherhinkten. Die Hoffnung auf eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität hat im November zu einer Rotation in Zykliker und Value-Aktien hinein geführt und den Stoxx 600 auf den größten Monatsgewinn seit 2009 getrieben.“Wird 2021 ein gutes Jahr für europäische Aktien? Unserer Ansicht nach ja”, schrieben die Strategen der Societe Generale in einer Note. In Deutschland stiegen Thyssenkrupp nach einer bestätigten Kaufempfehlung bei Bankhaus Metzler. Merck stiegen nach einer Anhebung bei Pareto.

EZB gibt sich Argumente für baldigen Digital-Euro

Für Zentralbanken, die die Ausgabe einer digitalen Währung erwägen, könnte es laut einer Studie der Europäischen Zentralbank von Vorteil sein, dies zeitnah zu tun. Ein Land ohne digitale Währung würde die volle Kontrolle über seine Geldpolitik verlieren, da es gezwungen wäre, stärker auf Ansteckungseffekte von Schocks in Ländern zu reagieren, die über ein solches Instrument verfügen, hieß es in der Studie. “Eine eher frühere als spätere Einführung einer digitalen Zentralbankwährung könnte zu einem bedeutenden First-Mover-Vorteil für ihren Emittenten führen”, schrieben die Autoren. Der erste große First Mover dürfte die People’s Bank of China sein. Der Aufstieg staatlich kontrollierter Digital-Währungen könnte das Interesse an Crypto-Währungen wie Bitcoin steigen lassen, die sich dieser Kontrolle entziehen, heißt es im Markets Live Blog.

Covid schlägt bis auf die Weihnachtstafel durch

Die Coronaviren machen sich bereit, Thanksgiving- und Weihnachtstafeln umzukrempeln. Feiern im kleinen Kreis in den eigenen vier Wänden dürften während der Pandemie die Norm sein. Für den Lebensmitteleinzelhandel ist es keine schlechte Nachricht, wenn mehr Menschen zu Hause essen. Laut GlobalData werden die Amerikaner in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 5,2% mehr für Feiertagsessen und -getränke ausgeben. Der Anstieg der Lebensmittelverkäufe im Schlussquartal des Jahres könnte in Großbritannien mit 14% sogar noch größer ausfallen. In beiden Ländern wird mit weniger Nachfrage nach ganzen Truthähnen gerechnet, dafür mit mehr Interesse an Geflügelteilen, Schinkenbraten, Rindfleisch und Meeresfrüchten - und Cocktail-Zutaten. Wohlhabende könnten ihr während der Pandemie gespartes Geld für hochpreisige Leckereien ausgeben. Deutschland hat jüngst 24.041 Corona-Neuinfektionen und unveränderte 4-Tage-Reproduktionszahl von 0,88 gemeldet.

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