Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Johnson will Güterverkehr wieder fließen lassen, Banker haben mit die wenigsten Krankheitstage, europäische Aktien steigen, Westler fürchten Haft in China, und Apple-Auto könnte 2024 kommen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Johnson will Güterverkehr wieder fließen lassen

Der britische Premierminister Boris Johnson will den Handel mit Frankreich “so schnell wie möglich” wieder in Gang bringen, nachdem Paris wegen einer Coronavirus-Mutation in der Nacht auf Montag den Grenzverkehr eingestellt und damit für Chaos in Dover gesorgt hatte. Großbritannien und Frankreich “verstehen beide die Positionen des anderen und möchten diese Probleme so schnell wie möglich lösen”, erklärte Johnson auf einer Pressekonferenz am Montag. Ob die jüngste Kompromissbereitschaft der Briten beim Brexit mit ihrer aktuellen Notlage zu tun hat, ist nicht bekannt: Großbritannien würde sich mit einer Reduzierung der EU-Fischfänge in britischen Gewässern um etwa ein Drittel zufrieden geben, wenn die EU in anderen Bereichen nachgibt, hieß es zuletzt. Die EU lehnte Kreisen zufolge das Angebot ab.

Banker haben mit die wenigsten Krankheitstage

In Deutschland sind Bankbeschäftigte nach Angaben eines Branchenverbandes so selten krank wie kaum ein anderer Berufsstand. Demnach gab es 2019 - vor Corona - im Kreditgewerbe durchschnittlich 14,6 Arbeitsunfähigkeits-Tage, verglichen mit 19,8 Tagen in der Wirtschaft insgesamt. Im ersten Halbjahr 2020 trieb Covid-19 die Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen insgesamt nach oben, wie die DAK-Versicherung ermittelte. In Deutschland bleiben aktuell die Neuinfektionen mit 19.256 auf hohem Niveau, die 4-Tage-Reproduktionszahl liegt weiter über der kritischen Marke von 1. BioNTech will die Impfstoffproduktion über das anvisierte Ziel hinaus steigern, sagte CEO Ugur Sahin gegenüber Bloomberg. Gegen das in Großbritannien aufgetauchte mutierte Virus werde das Serum wahrscheinlich wirksam sein.

Europäische Aktien steigen

Die Aktien in Europa erholten sich nach dem größten Rückgang seit fast zwei Monaten, da die Brexit-Gespräche fortgesetzt wurden und der US-Senat ein Hilfspaket zur Bekämpfung der Coronavirus-Folgen verabschiedete. Der Stoxx 600 Index kletterte, angeführt von Banken und Einzelhandels-Titeln. Die globale Aktienrallye sieht allerdings zunehmend brüchig aus, nachdem die Aktien in der vergangenen Woche ein Rekordhoch erreicht hatten. “Das vereinbarte fiskalische Hilfspaket wird zweifellos dazu beitragen, einige der negativen Auswirkungen abzumildern”, so James Knightley von der ING Groep. “Aber leider wird es nicht in der Lage sein, die Auswirkungen des Zuhausebleibens der Menschen vollständig zu kompensieren, da viele Unternehmen mit strengeren Restriktionen konfrontiert werden oder sogar gezwungen sind, zu schließen”. In Deutschland stiegen Hornbach nach Vorlage eines erhöhten Ausblicks.

Westler fürchten Haft in China

Manager, die mit China Geschäfte machen, sind zunehmend besorgt, von Sicherheitsbeamten verhaftet und Opfer der geopolitischen Spannungen zwischen Peking und dem Westen zu werden. Interviews mit Führungskräften, Diplomaten, Beratern und Akademikern zeigen, dass viele von ihnen in Reisen nach China und Hongkong ein erhöhtes Risiko sehen. In Chinas Justizsystem sind Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte einem Komitee der Kommunistischen Partei unterstellt, und die Behörden können Verdächtige für lange Zeiträume ohne Gerichtsverfahren festhalten. Haze Fan, eine für für Bloomberg News tätige chinesische Staatsbürgerin, wurde in diesem Monat in Peking festgenommen. China hat lediglich bestätigt, dass sie wegen des Verdachts der Gefährdung der nationalen Sicherheit festgehalten wird.

Apple-Auto könnte 2024 kommen

Apple will ein selbstfahrendes Auto für Verbraucher bauen und peilt 2024 als Produktionsbeginn an, berichtete Reuters am Montag. Der iPhone-Hersteller entwickele demnach seine eigene Batterietechnologie, die die Kosten reduzieren und die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen könnte. Apple greife auf externe Partner für Elemente des Systems zurück, darunter Sensoren, die autonomen Autos eine Echtzeit-3D-Ansicht der Welt ermöglichen, so Reuters weiter. Es bestehe die Möglichkeit, dass Apple sich darauf beschränkt, seine Selbstfahrtechnologie in ein Auto zu integrieren, das von einem traditionellen Autohersteller gebaut wird. Es sei unklar, wer dies sein könnte, so Reuters. Apple habe sich nicht äußern wollen. Apple arbeitet seit 2014 an der Technologie für fahrerlose Autos, hat aber seine Ambitionen 2017 zurückgeschraubt, wie Bloomberg News berichtet hatte.

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