Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- In Großbritannien stirbt der Verbrenner 2030, EZB betreibt Erwartungsmanagement, europäische Aktien drehen ins Plus, Goldman kündigt wieder, und HSBC stellt sich hinter Heimarbeit. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

In Großbritannien stirbt der Verbrenner 2030

In Großbritannien soll ab 2030 der Verkauf neuer Benzin- und Dieselautos verboten werden. Das Regularium ist Teil eines umgerechnet rund 13 Milliarden Euro schweren Plans von Premierminister Boris Johnson, der grüne Industrien fördern, den Klimawandel bekämpfen und damit bis zu 250.000 Arbeitsplätze schaffen oder erhalten will. Johnson will eine “grüne industrielle Revolution” - und etwas für seine Wähler in den ehemaligen industriellen Zentren des Landes tun. Dazu sollen Investitionen in Elektrofahrzeuge, Wasserstoff, Wind- und Kernkraft sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz unterstützt werden. Die Bundesregierung hat ein Milliardenpaket zur Unterstützung der gebeutelten Autoindustrie verabschiedet, das auch eine Verlängerung der Elektroautoprämie bis Ende 2025 vorsieht.

EZB betreibt Erwartungsmanagement

Die EZB-Geldpolitiker wollen Investoren davon überzeugen, nicht zu sehr auf die Größe ihrer nächsten Konjunkturspritze zu schauen, sondern darauf, wie lange sie verabreicht wird. Die Wirtschaftsakteure müssen “nicht nur wissen, dass das Finanzierungsniveau vorhanden sein wird, sondern auch, dass es für einen ausreichend langen Zeitraum zur Verfügung stehen wird”, sagte Präsidentin Christine Lagarde auf dem Bloomberg New Economy Forum. Die Betonung könnte ein Versuch sein, überzogene Erwartungen an eine Erhöhung der Anleihekäufe zu dämpfen. “Sie streben ganz klar nach einem Paket und befürchten vielleicht, dass sich der Markt auf eine Zahl konzentrieren wird”, sagte Nick Kounis von ABN Amro. Bloomberg-Ökonomen schauen unterdessen auf die Neudefinition des Inflationsziels der Bank.

Europäische Aktien drehen ins Plus

Impfstoffoptimismus hat die europäischen Aktien im Verlauf des Vormittags in den grünen Bereich geschoben, obwohl die weite Verbreitung eines Serums noch Monate entfernt ist und sich die Neuinfektionen in den USA und Europa rasch ausbreiten. Der Stoxx Europe 600 Index legte um 0,2% zu, mit ähnlichen Gewinnen bei S&P 500-Futures. Die Bewegungen der Kryptowährungen sorgen mit dem Anstieg von Bitcoin auf 18.000 Dollar derzeit jedoch für größere Aufmerksamkeit. “Der Markt ist hier etwas fragil”, sagte Mark Nash von Merian Global Investors. “Die Anleger kämpfen auf der einen Seite mit einem guten Jahr 2021, das mit der Einführung von Impfstoffen vor uns liegt, und auf der anderen Seite damit, wie man mit enttäuschender finanzieller Unterstützung durch den Winter kommt.” In Deutschland stiegen SAF-Holland nach Vorlage neuer Prognosen. Schaeffler fielen nach enttäuschenden Automotive-Zielen.

Goldman kündigt wieder

Goldman Sachs trifft Vorbereitungen, die Zahl der Mitarbeiter zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten zu reduzieren. Das zu Beginn der Pandemie verkündete Entlassungsmoratorium muss hinter dem Wunsch nach Effizienzsteigerung zurückstehen. Die aktuellen Streichungen sollen die Zahl von rund 400 Stellen, die die Bank im September abzubauen begann, nicht überschreiten, berichten informierte Personen. Aber die Konzernspitze geht von tieferen Einschnitten im nächsten Jahr aus, die zu den umfangreichsten der Bank gehören könnten. Goldman entlässt in der Regel jedes Jahr die Manager mit der schwächsten Leistung, hatte davon in diesem Jahr jedoch Abstand genommen. Die Wall-Street-Bank profitierte gleichzeitig von virusbedingten Marktturbulenzen, die dem Handel unverhofftes Geschäft einbrachten. In Spanien führt eine Bankenfusion zu Jobverlusten.

HSBC stellt sich hinter Heimarbeit

HSBC Holdings bietet ihren Mitarbeitern in Hongkong mehr Flexibilität, um von zu Hause aus zu arbeiten. Das britische Institut erlaubt es seinen Mitarbeitern nun, bis zu vier Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten, wie aus einem internen Memo hervorgeht. CFO Ewen Stevenson hatte im Oktober gesagt, dass Home-Office-Arbeit die Bürokosten senken könnte. Büroangestellte weltweit gewöhnen sich an die Vorteile dieser Arbeitsweise und erwarten, auch nach dem Ende der Pandemie damit fortfahren zu können, zeigte eine Umfrage von Jones Lang LaSalle. “Die Krise hat gezeigt, dass es wirklich notwendig ist, sich mit Themen wie Lebensqualität und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auseinanderzusetzen”, so JLL. In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen auf einen Wochenhöchststand von 26.231 gestiegen. Die 4-Tage-Reproduktionszahl fiel auf die entscheidende Marke von 1,00.

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