Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Weber steht hinter UBS-CEO Hamers, FBI warnt vor Waffenträgern bei Protesten, europäische Aktien gewinnen, Lage in britischen Spitälern ist Menetekel für Europa, und Bitcoin stabilisiert sich. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Weber steht hinter UBS-CEO Hamers

UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber hat seine Unterstützung für CEO Ralph Hamers bekräftigt, ohne sich dabei festzulegen, ob dieser im Amt bleiben wird. Hamers’ Rolle in einem Geldwäscheskandal bei seinem früheren Arbeitgeber ING Groep sei zum Zeitpunkt seines Wechsels zwischen der niederländischen Staatsanwaltschaft und der ING geklärt gewesen, sagte Weber in einem Interview am Montag. Auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass Hamers die größte Bank der Schweiz weiterhin leiten werde, antwortete Weber nicht direkt. Während die UBS in China stark wachsen will, soll das Schweizer Filialnetz nach einem Medienbericht schrumpfen und Negativzinsen in größerem Umfang an Kunden weitergereicht werden.

FBI warnt vor Waffenträgern bei Protesten

Vor der Amtseinführungszeremonie für den designierten Präsidenten Joe Biden am 20. Januar wächst in Washington die Anspannung. Die Nationalgarde soll zum Schutz eingesetzt werden, und das FBI warnte vor bewaffneten Protesten in allen Hauptstädten der 50 Bundesstaaten. Unterdessen treiben die Demokraten im Repräsentantenhaus ihren Versuch voran, Präsident Donald Trump zu stürzen, noch bevor seine Amtszeit offiziell endet. Vizepräsident Mike Pence hat durchblicken lassen, dass er deren Forderung nach einer sofortigen Amtsenthebung Trumps mittels des 25. Verfassungszusatzes ablehnen wird. Daraufhin dürften die Demokraten es mit einem Amtsenthebungsverfahren versuchen, für das sich gegenwärtig aber keine ausreichende Unterstützung im US-Senat abzeichnet. Viele Anhänger des Präsidenten schwanken nicht in ihrem Glauben, dass ihnen die Wahl 2020 gestohlen wurde.

Europäische Aktien gewinnen

Die europäischen Aktien sind am Dienstag gestiegen, wobei sich die zyklischen Sektoren von den Verlusten zu Wochenanfang erholten. Der Stoxx Europe 600 Index stieg um bis zu 0,4%, angetrieben von Impfstoff-Hoffnungen, bevor er die Hälfte seiner seine Gewinne abgab. Energieaktien gehörten zu den Spitzenreitern, da der Ölpreis nach dem Rückgang des Dollars sprunghaft anstieg. Reise- und Freizeitwerte sowie Bankaktien führten ebenfalls den Anstieg an. Gleichzeitig steigt die Besorgnis über spekulative Exzesse und hohe Bewertungen. “Wenn in der Vergangenheit der Optimismus so weit verbreitet war, die Performance so stark und die Investoren so sehr vor der bullischen Story kapitulierten, war das ein Signal zu verkaufen und Gewinne mitzunehmen”, sagt Bob Baur, Chefökonom bei Principal Global Investors. In Deutschland stiegen SGL Carbon, nachdem CEO Torsten Derr zum fünften Mal in zwei Monaten Aktien des Unternehmens kaufte. ElringKlinger profitierten von einer Anhebung des Kursziels bei Hauck & Aufhäuser. Shop Apotheke stiegen nach einer Kurszielerhöhung bei Barclays.

Lage in britischen Spitälern ist Menetekel für Europa

Die britischen Krankenhäuser ächzen unter der Last der Covid-19-Patienten, obwohl das Land fast so viele Menschen geimpft hat wie der Rest Europas zusammen. Trotz des Impfvorsprungs stoßen die Spitäler durch die sich schnell ausbreitende Virus-Mutation an ihre Grenzen. Auf dem Kontinent sind die Gesundheitsbehörden besorgt, dass sich die Mutation schneller ausbreitet, als die Impfungen mithalten können. Von einer “Epidemie innerhalb der Epidemie” sprach der französische Epidemiologe und Regierungsberater Arnaud Fontanet. Deutschland hat 11.706 neue Infektionen und 863 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen. Die 4-Tage-Reproduktionszahl lag jüngst bei 1,32 und mithin über der kritischen Marke von 1. Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet mit einem Lockdown bis Anfang April.

Bitcoin stabilisiert sich

Bitcoin hat sich am Dienstag nach einem Bärenmarkt-Flirt wieder erholt. Die digitale Münze stieg um bis zu 8% auf etwa 36.600 Dollar, verglichen mit dem Allzeithoch von fast 42.000 Dollar am 8. Januar. “Wir denken, dass eine Korrektur gesund ist,” sagte David Grider von Fundstrat Global Advisors. Investoren, die die digitale Münze vor einem Jahr gekauft haben, sitzen immer noch auf Gewinnen von mehr als 300%. Wer hauptsächlich hinter der Rallye steckt, ist weiterhin rätselhaft. Der jüngste Einbruch hingegen könnte auf die “Tapering”-Kommentare aus der US-Notenbank zurückzuführen sein, meint Bloomberg-Kolumnist Brian Chappatta. Dort sei man angesichts der Zuwächse von Tesla bis Bitcoin über das allgegenwärtige Gerede von Vermögensblasen nicht glücklich und wolle gegensteuern - wenn auch nur verbal.

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