Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Wirtschaftsflaute verängstigt Fed, EU beißt bei AstraZeneca auf Granit, europäische Aktien fallen, GameStop-Manie infiziert weitere Aktien, und Namibia wird seiner Elefanten nicht Herr. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Wirtschaftsflaute verängstigt Fed

US-Notenbankchef Jerome Powell zeigte sich am Mittwoch über die sich abkühlende Wirtschaft stärker besorgt als über die heißlaufenden Märkte und signalisierte, dass die Fed von einem Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik noch weit entfernt ist. Der wiederholte Verweis auf die schlechten Bedingungen am Arbeitsmarkt konnte als Signal an die neue Regierung verstanden werden, dass die Fed ihr Ziel teilt, Amerikaner so schnell wie möglich wieder in Arbeit zu bringen. In Europa will die EZB die Zinssenkungserwartungen anheizen, da sie mit der Markteinschätzung unzufrieden ist. Ratsmitglied Olli Rehn betonte denn auch am Donnerstag, dass “alle Instrumente” weiter auf dem Tisch liegen. Banken sollen sich für Kreditausfälle wappnen, verlangt die EZB.

EU beißt bei AstraZeneca auf Granit

AstraZeneca weigert sich, Impfstoffe aus seinen britischen Fabriken abzuzweigen, um mehr Dosen für die EU bereitstellen zu können. Die EU wiederum fordert laut Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides “einen klaren Plan für die schnelle Lieferung der Impfstoffmenge, die wir für das erstes Quartal reserviert haben“. Die britische Regierung hat unterdessen signalisiert, dass sie - bei Beibehaltung ihres Impfplans - zu Hilfen für die “Freunde in Europa” bereit ist. Der Erfolg Großbritanniens bei der Impfkampagne ist auf “eine klare Strategie, die richtige Organisation, die für die Umsetzung verantwortlich war - eine, die rechenschaftspflichtig und von politischer Einmischung abgeschirmt war - und die richtigen Leute, die beratend tätig waren”, zurückzuführen, schreibt Kolumnistin Therese Raphael. Deutschland hat 879 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Europäische Aktien fallen

Die europäischen Aktien fielen auf den niedrigsten Stand seit einem Monat. Wachsendes Unbehagen der Anleger über Unternehmensgewinne, die stotternde Einführung von Impfstoffen und die von Kleinanlegern angeheizte Aktienvolatilität belasteten. Der Stoxx Europe 600 Index fiel um bis zu 2,1%, angeführt von Energie, Automobilherstellern und Versicherungen. “Die Euphorie der letzten Wochen war verfrüht und wird von der aktuellen Wirtschaftslage nicht gestützt”, sagte Comdirect-Stratege Andreas Lipkow. Es gebe Anzeichen dafür, “dass sich die konjunkturelle Erholung verlangsamt, und auch die Mikrodaten der Unternehmensgewinne waren eher durchwachsen und lieferten nur ein vages Bild.” In Deutschland verloren Software AG nach einer Senkung des Kursziels bei Credit Suisse. Grand City Properties stiegen nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs. Evotec wurden durch eine Abstufung nach jüngsten Kursgewinnen belastet.

GameStop-Manie infiziert weitere Aktien

Das Drama um GameStop wächst über die Wall Street hinaus und elektrisiert Aktien von Amsterdam bis Sydney. Händler platzieren Wetten, wohin die Flut von Kleinanlegergeldern als nächstes schwappt. Stark geshortete Unternehmen sind zu Hauptzielen geworden, nachdem ein Short-Squeeze bei GameStop dazu beitrug, die Aktie in dieser Woche um mehr als 400% nach oben zu treiben. Ein australisches Unternehmen mit GME im Tickersymbol explodierte am Donnerstag um bis zu 60%, ein offensichtlicher Fall von Verwechslung. In Europa kletterten Leerverkäufer-Favoriten wie Unibail-Rodamco-Westfield um 20% oder mehr. Das Reddit-Forum WallStreetBets, das mit der jüngsten Manie in Verbindung steht, hat nach einem Ansturm kurzzeitig keine neuen Teilnehmer mehr zugelassen. Star-Hedgefonds verlieren Milliarden.

Namibia wird seiner Elefanten nicht Herr

Namibia nimmt Gebote für mindestens 170 Elefanten entgegen. Damit reagiert die ehemalige deutsche Kolonie auf die - wegen internationalen Drucks, wie behauptet wird - steigende Anzahl von Tieren, die nicht in Schach gehalten werden können. Die Elefanten sollen in Familiengruppen verkauft werden. Eine Dürre hat die Nahrung knapp werden lassen, und die steigende Zahl der Elefanten erhöht das Risiko von Zusammenstößen mit Bauern, deren Ernte sie manchmal abfressen. Solange die internationalen Gesetze eingehalten werden, können sie exportiert werden, sagte das Umweltministerium in einer Zeitungsanzeige am Mittwoch. Angebote für die Tiere müssen bis zum 29. Januar abgegeben werden. Erfolgreiche Bieter müssen die Kosten für das Einfangen und den Transport der Tiere, die bis zu sechs Tonnen wiegen können, übernehmen.

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