Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- Deutschland laut VW der bessere Tesla-Standort, Deutsche Börse könnte in Bieterkrieg um BME einsteigen, Europas Aktienmärkte fester, IWF-Chefin lobt deutsche Haushaltspolitik, und deutscher Google-Wettbewerber belohnt Surfen mit Bäumen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Deutschland laut VW der bessere Tesla-Standort

Der beinahe kumpelhaft gegenüber Elon Musk auftretende Volkswagen-Chef wäre nicht überrascht, wenn der Tesla-CEO Deutschland als den besseren Produktionsstandort im Vergleich zu Kalifornien empfinden würde. Was Tesla wohl suche sei ein Umfeld und eine Infrastruktur, die es erlaube, hochwertige Autos zu bauen, und dies sei in Deutschland viel eher der Fall als an der Westküste der USA, sagte VW-Boss Herbert Diess am Montag. Tesla will 4 Milliarden Euro in das Werk in Brandenburg investieren, berichtete Bild am Sonntag am Wochenende. Dafür soll der Elektroauto-Pionier rund 300 Millionen Euro an Subventionen erhalten. Zunächst sollen 3.000 Menschen in der “Gigafactory” Beschäftigung finden, später bis zu 7.000, so Bild.

Deutsche Börse könnte in Bieterkrieg um BME einsteigen

Die Deutsche Börse prüft, ob sie gegen zwei weitere Interessenten in den Kampf um die Madrider Börse ziehen soll. Der Betreiber der Frankfurter Börse prüfe ein mögliches Angebot für Bolsas y Mercados Espanoles, so eine mit der Materie vertraute Person. Der Prozess befinde sich in einem frühen Stadium und die Deutsche Börse könne sich noch gegen einen solchen Schritt entscheiden. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Die Frankfurter bezifferten letzten Monat ihre Kriegskasse für mögliche Übernahmen auf 2 Milliarden Euro. Am Montag hatte die Schweizer SIX Group ein Übernahmeangebot von 2,8 Milliarden Euro für BME vorgelegt. Euronext, der Eigentümer der Börsen von Paris und Amsterdam, ist ebenfalls im Gespräch mit den Spaniern.

Europas Aktienmärkte fester

Die Börsen in Europa legten zu. Autowerte führten die Gewinne im Stoxx Europe 600 Index an, was durch Daten zum Autoabsatz im Oktober gestützt wurde, die einen Anstieg zeigten. MTU Aero Engines führten die Liste der Gewinner im Dax an nach Berichten zu Geschäftsabschlüssen am Rande der Dubai Air Show. Continental, VW und BMW gehörten zu den Branchengewinnern. Zu den Verlierern in Deutschland zählten Drägerwerk, die bei Hauck & Aufhäuser herabgestuft wurden. 1&1 Drillisch gewannen nach einer Kaufempfehlung bei Citigroup.

IWF-Chefin lobt deutsche Haushaltspolitik

Die Bundesregierung verdient nach Ansicht der Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds Lob für ihre Pläne zur Stützung der Konjunktur und dem Schutz des Klimas. “Ich möchte sagen, dass wir den deutschen Stellen Anerkennung zollen müssen”, sagte Kristalina Georgieva, die ihr Amt im letzten Monat angetreten hat, in einem Bloomberg TV-Interview in Berlin mit Hinweis auf den Haushalt 2020. “Sie haben auch einen sehr ehrgeizigen Klimaplan ausgearbeitet - bravo - mögen andere folgen. Das würde auch einen Stimulus auslösen.” Die Weltwirtschaft werde im Jahr 2020 einen moderaten Aufschwung erleben, aber unter anhaltender Unsicherheit leiden. Negativzinsen seien weiter nötig. Laut Bloomberg-Kolumnist Ferdinando Giugliano hat die EZB noch weitere Pfeile im Köcher.

Deutscher Google-Wettbewerber belohnt Surfen mit Bäumen

Als in diesem Sommer in Brasilien Waldbrände wüteten, begannen Internetnutzer, eine kleine deutsche Suchmaschine herunterzuladen, um der Zerstörung entgegenzuwirken. Ecosia GmbH, eine in Berlin ansässige Alternative zu Google, spendet bis zu 80% des Anzeigengewinns aus Suchanfragen, um auf der ganzen Welt Bäume zu pflanzen. Das zunehmende Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels bringe Ecosia mehr Internetverkehr, Suchanfragen hätten im Vergleich zum Vorjahr um 82% zugenommen, sagte Geschäftsführer Christian Kroll in einem Interview. Aufforstung sei die billigste und unmittelbar wirksamste Waffe im Kampf gegen den Klimawandel. Im Schnitt genügten 45 Suchanfragen auf Ecosia, um einen Baum pflanzen zu können, der laut Kroll 0,25 Dollar kostet.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Alexander Kell

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