Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Diesmal verliert Trump wirklich, Bayer legt mehr für Roundup zurück, Europas Aktien steigen den zweiten Tag in Folge, Deutsche dämpfen die Coronavirus-Ausbreitung, und Wien ist das jüngste Ziel der Islamisten. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Diesmal verliert Trump wirklich

Sagen manche, die schon vor vier Jahren seine Niederlage prognostizierten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden das Wahlkollegium gewinnt, liegt laut dem Wahlprognosemodell von FiveThirtyEight auf einem Rekordwert von 90,0%. Der Demokrat wird demnach 350 von 538 Wahlstimmen erhalten. Citi hingegen hört von immer mehr Kunden, dass ein erneuter Überraschungssieg Donald Trumps bevorstehen könnte. Zwar sieht man bei der Bank weiter eine Zweidrittel-Wahrscheinlichkeit eines Biden-Sieges, will aber auch “die Begeisterung der Trump-Wähler und seine ‘schüchternen’ Anhänger” nicht ignorieren. Amtsinhaber und Herausforderer konzentrierten ihre letzten Wahlkampfauftritte am Montag auf Staaten, die entscheidend für den Ausgang sind - darunter Pennsylvania. Zum Börsenstart in Europa am Mittwoch könnte Biden als Sieger so gut wie feststehen - wenn er Florida, North Carolina und Georgia gewinnt.

Bayer legt mehr für Roundup zurück

Für die Beilegung möglicher künftiger RoundUp-Klagen hat Bayer im dritten Quartal zusätzliche Rückstellungen gebildet. Es sei absehbar, dass das neue Konzept etwa 2 Milliarden Dollar kosten werde statt der ursprünglich erwarteten 1,25 Milliarden Dollar, hieß es am Dienstagmorgen aus Leverkusen. Der Jahresausblick wurde bestätigt. Mit den Quartalsergebnissen verfehlte Bayer die Analystenerwartungen, da die Coronavirus-Pandemie auch auf der Nachfrage nach Agro- und Pharmaprodukten lastete. Das Gesamtjahresergebnis wird nach Ansicht der BI-Analysten nun bestenfalls das untere Ende der Prognose erreichen. Neben der Belastung durch das dritte Quartal gebe es auch Gegenwind von der Währungsseite. Die Schwäche im Bereich Crop Science könnte bis ins Jahr 2021 andauern.

Europas Aktien steigen den zweiten Tag in Folge

Die europäischen Aktien stiegen den zweiten Tag in Folge, angeführt von Bergbauwerten. Banken, darunter auch BNP Paribas, legten zu, beflügelt von niedriger als erwartet ausgefallenen Rückstellungen für notleidende Kredite im Zusammenhang mit der Pandemie. Defensive Aktien hinkten der Erholung hinterher. Händler sicherten sich gegen die zu erwartende Volatilität der Währungen von Yuan bis zum Pfund Sterling nach den US-Wahlen ab. “Das Wahlergebnis wird alle Märkte in den nächsten ein bis zwei Tagen antreiben”, sagte Torsten Slok von Apollo Global Management. “Wie sie sich bewegen, hängt davon ab, inwieweit wir Klarheit über die Ergebnisse haben”. In Deutschland profitierten Hugo Boss von einem Boom des Online-Geschäfts. Deutsche Pfandbriefbank stiegen nach einer Heraufstufung bei der Deutschen Bank. Evonik legten nach Vorlage von Quartalszahlen zu.

Deutsche dämpfen die Coronavirus-Ausbreitung

Die Verbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus in Deutschland nähert sich dem Bereich, der eine Überforderung des Gesundheitssystems verhindern kann. Laut Robert Koch Institut fiel die 4-Tage-Reproduktionszahl jüngst auf 1,07 von 1,13. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen stieg auf 17.538, die Zahl der neuen Todesfälle erhöhte sich auf 128. Frankreichs Gesundheitsministerin stellt unterdessen “sehr starken” Druck auf die Krankenhäuser fest. Italien führt neue Beschränkungen ein, die zur Schließung vieler Unternehmen in den am stärksten betroffenen Regionen des Landes führen könnte, darunter ein Großteil des industriellen Nordens. In Den Haag sehen sich Regierung und Parlament Demonstranten gegenüber, die in den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie das Werk von Satanisten und des “tiefen Staates” sehen.

Wien ist das jüngste Ziel der Islamisten

Bei Angriffen durch einen Anhänger des Islamischen Staats in der Wiener Innenstadt am Montagabend wurden mindestens vier Passanten getötet und 17 weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter mit nordmazedonischen Wurzeln wurde von der Polizei erschossen. Er war einschlägig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischer Vereinigung vorbestraft. Österreich war bisher von tödlichen Terroranschlägen verschont geblieben. In einer Kirche in Nizza tötete letzte Woche ein Dschihadist drei Menschen. Ein Lehrer in Paris wurde enthauptet, nachdem er Schülern während einer Diskussion über die Meinungsfreiheit Cartoons über den Propheten Mohammed gezeigt hatte. Rund ein Drittel der Einwohner Wiens haben einen Migrationshintergrund. Der islamistische Terror sei „unser gemeinsamer Feind“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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