Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- Weimer ist möglicher Achleitner-Nachfolger, deutsche Stützungsmaßnahmen sind unzureichend, Erleichterung treibt Aktien zu Wochenschluss, Bundesregierung deutet Ausgangssperren an, und Bitcoin ist kein sicherer Hafen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Weimer ist möglicher Achleitner-Nachfolger

Theodor Weimer, der Chef der Deutschen Börse, ist unterrichteten Kreisen zufolge ein potenzieller Nachfolger für Paul Achleitner, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank. Der 60-jährige Weimer wurde für den Aufsichtsrat der Frankfurter Großbank vorgeschlagen und soll dort Katherine Garrett-Cox ablösen. Neben Weimer gilt Norbert Winkeljohann als Kandidat für die Nachfolge von Achleitner, der den Rest seiner 2022 endenden Amtszeit ableisten will, wie aus Kreisen zu hören ist. Der seit 2012 amtierende Achleitner hat die Kritik vieler Investoren auf sich gezogen, die im vergangenen Jahr den ungewöhnlichen Schritt unternommen haben, selbst nach einem Nachfolger für den 63-Jährigen zu suchen, wie informierte Personen berichtet haben.

Deutsche Stützungsmaßnahmen sind unzureichend

Bloomberg Economics erwartet, dass die deutsche Wirtschaft bis zum Sommer um 5% schrumpfen wird - eine Kontraktion in der Größenordnung, wie sie zuletzt während der globalen Finanzkrise zu beobachten war. Die Bundesregierung setzt bislang auf Liquidität, die Wirkung der automatischen Stabilisatoren und eine bescheidene Ausweitung der Einkommenssicherung, was nach Ansicht von BE nicht ausreichen wird. Daher sei in den kommenden Wochen mit einem Paket von Einkommenshilfen und anderen Maßnahmen von rund 40-50 Milliarden Euro zu rechnen. Laut Spiegel will der Bund einen Rettungsfonds in Höhe von rund 500 Milliarden Euro schaffen, mit dem Unternehmen durch Garantien oder Kapitalzufuhr - de facto eine Teilverstaatlichung - vor der Pleite gerettet werden können.

Erleichterung treibt Aktien zum Wochenschluss

Die europäischen Aktien sind zum Wochenschluss auf dem Weg zu ihrem größten zweitägigen Gewinn seit 2008. Erleichterung der Anleger über beispiellose Konjunkturmaßnahmen zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie trieben den Stoxx-600-Index um 3,7% in die Höhe um 11:31 Uhr MEZ. Die Benchmark steuert auf ihren ersten wöchentlichen Anstieg seit Mitte Februar zu. Am Freitag erlebten einige der am stärksten betroffenen Sektoren in Europa ein Comeback, darunter Reisetitel, die um mehr als 8% stiegen. Maßnahmen wie das massive Anleihenkaufprogramm der EZB in dieser Woche haben dazu beigetragen, die Nerven einiger Anleger zu beruhigen. Im Dax führten Allianz die Liste der Gewinner an, bis auf Fresenius Medical Care lagen alle Werte im Plus. Rheinmetall schossen um bis zu 17% nach oben. Fuchs Petrolub stiegen nach einer Kaufempfehlung. Die Restaurantkette Vapiano ist zum ersten bekannteren Opfer der aktuellen Krise geworden.

Bundesregierung deutet Ausgangssperren an

Nachdem vielerorts in Deutschland der dramatische Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich bei der Einschränkung der sozialen Kontakte “an die Regeln” zu halten, auf taube Ohren gestoßen ist, kündigt sich womöglich eine Ausgangssperre an - die es anderswo in Europa bereits gibt. Diese wäre laut Kanzleramtsminister Helge Braun eine “enorme zusätzliche Belastung”. Die Bundesregierung werde das Verhalten der Bürger an diesem Wochenende beobachten, und der “Samstag ist ein entscheidender Tag”, so Braun. Für Montag ist eine Kabinettssitzung geplant, bei der weitere Einschränkungen beschlossen werden sollen. Mit mehr als 3400 Coronavirus-Toten hat Italien mittlerweile China überholt. In Deutschland gibt es mehr als 15.000 bestätigte Infektionen und 44 Todesfälle.

Bitcoin ist kein sicherer Hafen

Bitcoin ist nach dem spektakulären Einbruch in der vergangenen Woche technisch in einem schlechten Zustand, und eine Erholung könnte laut Fundstrat Global Advisors LLC Monate dauern. Die größte Krypto-Währung wird etwa 40% unter ihrem Hoch von Mitte Februar gehandelt, mit einem besonders bemerkenswerten Rückgang zwischen dem 12. und 13. März, als sie in etwa 16 Stunden mehr als 3000 Dollar verlor. Jetzt ist sie unter ihren Aufwärtstrend von 2015-2020 eingebrochen. “Der Zusammenbruch bei Krypto in der vergangenen Woche spiegelte die ‘Holt mich aus allem raus’-Panik wider, die alle Anlageklassen beherrschte, ob sie nun defensiv (Anleihen und Gold) waren oder nicht (Aktien)”, schrieb der technische Stratege Rob Sluymer am Donnerstag in einer Note. Das Bild sei jedoch nicht nur düster, da Bitcoin sich über dem 200-Wochen-Durchschnitt halten konnte, einem wichtigen langfristigen Unterstützungsniveau.

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