Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Biden kann auf Senatsmehrheit hoffen, Deutschland verschärft Lockdown, europäische Aktien steigen, VW-Chef fürchtet Finanzkraft von Tesla und Apple, und Buffett ist jetzt ärmer als ein Wasserverkäufer. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Biden kann auf Senatsmehrheit hoffen

Ein Kandidat der Demokraten hat sich bei einer von zwei US-Senatswahlen in Georgia laut Medienprognosen durchgesetzt. In der zweiten Stichwahl ist die Lage noch unklar - der demokratische Herausforderer scheint jedoch die Nase vorn zu haben. Nach Auskunft seines Teams entfallen die noch nicht gezählten Stimmen auf Regionen, in denen die Demokraten traditionell die Mehrheit haben. Klarheit könnte es womöglich erst am Freitag geben, wenn alle Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Ein Doppelsieg der Demokraten würde ein Patt im Senat entstehen lassen und der designierten Vizepräsidentin Kamala Harris die Rolle des Züngleins an der Waage geben. Die Aussicht auf eine “blaue Welle” - demokratische Mehrheiten in Kongress und Weißem Haus - hat die Rendite der 10-jährigen US-Bonds erstmals seit März über 1% gehievt.

Deutschland verschärft Lockdown

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird die in der Verfassung garantierte Bewegungsfreiheit landesweit eingeschränkt. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder legten bei einer Videokonferenz am Dienstag fest, dass Personen in Pandemie-Brennpunkten sich nicht weiter als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. Private Treffen werden ab dem 11. Januar weiter eingeschränkt. Merkel verteidigte im Anschluss vor Journalisten ihren Entschluss, den Ankauf von Impfstoffen in die Hände der EU-Kommission zu legen. Die Zahl der Corona-Todesfälle lag zuletzt bei 1.009, die 4-Tage Reproduktionszahl mit 0,66 deutlich unter der kritischen Marke von 1. Das britische Gesundheitswesen ist mittlerweile am Anschlag, Patienten werden teilweise in geparkten Krankenwagen behandelt.

Europäische Aktien steigen

Europäische Aktien präsentieren sich zur Wochenmitte mit Gewinnen. Der Stoxx Europe 600 Index kletterte im Verlauf des Vormitags, angeführt von Energie- und Finanztiteln. IT-Werte und defensive Titel wie z.B. der Gesundheitssektor fielen. Zur Stichwahl in Georgia hieß es von Barclays-Aktienstratege Emmanuel Cau, dass ein klarer Sieg der Demokraten die Stimmung an den US-Märkten “aufgrund von Sorgen über eine strengere Regulierung und höhere Steuern kurzfristig beeinträchtigen und die Anleiherenditen aufgrund einer größeren Wahrscheinlichkeit weiterer groß angelegter Stimulierungsmaßnahmen in die Höhe treiben” könnte. In Deutschland fielen LPKF nach einer Herabstufung bei HSBC. ElringKlinger litten unter einer Senkung bei MM Warburg.

VW-Chef fürchtet Finanzkraft von Tesla und Apple

VW-Chef Herbert Diess treibt nicht nur die Frage um, wie der Wolfsburger Konzern mit Tesla mithalten kann, sondern auch die Sorge, dass mit Apple ein weiterer mächtiger Konkurrent mit nahezu unbegrenzter finanzieller Feuerkraft in den Automarkt eintreten könnte. VW befinde sich derzeit eher in einer schwierigeren Situation als zu seinem Amtsantritt 2018, die Sicht der Kapitalmärkte auf die Branche sei ein Problem, sagte Diess in einem Bloomberg-Interview. Die Bewertungslücke zu den US-Tech-Giganten ist nicht wie von Diess gewünscht kleiner, sondern größer geworden. Selbst ein Neuling wie Rivian könnte schon bald mit rund 25 Milliarden Dollar bewertet sein, ohne auch nur ein Fahrzeug verkauft zu haben. Wenigstens sorgt kurzfristig der Verkauf von Luxusautos nach China für Lichtblicke bei VW.

Buffett ist jetzt ärmer als ein Wasserverkäufer

Zhong Shanshan stellt neue Vermögensrekorde auf. Mit 91,7 Milliarden Dollar ist der Vorsitzende der Nongfu Spring Co. jetzt reicher als Warren Buffett, wie aus dem Bloomberg Billionaires Index hervorgeht. Der 66-Jährige ist nun der sechstreichste Mensch auf dem Planeten. Es ist erst das zweite Mal, dass ein Chinese in die Top 10 der Welt aufgestiegen ist - der Immobilienmagnat Wang Jianlin landete 2015 auf Platz 8 - und noch nie hat ein Festlandschinese einen so hohen Rang im Bloomberg-Vermögensindex erreicht, seit dieser 2012 eingeführt wurde. Zhong hat letzte Woche den Inder Mukesh Ambani als reichste Person Asiens entthront und steht kurz davor, in den erlesenen Kreis der Personen aufzusteigen, die mehr als 100 Milliarden Dollar besitzen. Buffett liegt mit 86,2 Milliarden Dollar außerhalb dieser Gruppe, hat allerdings seit 2006 auch Aktien im Wert von mehr als 37 Milliarden Dollar verschenkt.

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